Arbeitsplan
Aus Freimaurer-Wiki
Autor: Philipp Gerlach
Ein freimaurerischer Arbeitsplan ist das kalendarische Programm einer Loge. Er legt fest, wann sich die Brüder und Schwestern der Loge treffen und was an diesen Terminen passiert. Dadurch informiert er die Brüder und Schwestern, wann ihre Anwesenheit erforderlich bzw. möglich ist. In der Regel ist er öffentlich zugänglich.
Beispiel eines freimaurerischen Arbeitsplans. (Hier: Die 2. Hälfte des Maurerjahres 2024/25 der Loge Jacob de Molay zum Nordstern)
Etymologie
Da in der Freimaurerei das Abhalten von Ritualen als 'Arbeit' (Arbeit am rauhen Stein) bezeichnet wird, nennt man den Terminplan einer Loge folgerichtig ihren 'Arbeitsplan'.
Inhalte
Anders als der bürgerliche Kalender orientiert sich der 'Arbeitsplan' der meist am sogenannten Logenjahr mit folgenden Kenngrößen:
- Beginn: Meist im September (nach der Sommerpause).
- Ende: Im Juni, traditionell um das Johannisfest (24. Juni) herum.
- In den Sommermonaten (Juli/August) finden i.d.R. keine offiziellen Termine statt.
Ein Arbeitsplan unterscheidet zwischen verschiedenen Arten von Zusammenkünften. Dazu zählen:
- Tempelarbeiten, inkl. der Angabe in welchem Grad gearbeitet wird. (z.B. 'Tempelarbeit in 1' bzw. kurz 'TA1' für ein Ritual im 1. Grad, das also Lehrlingen, Gesellen und Meistern offen steht; oder 'TA3' für eines, das nur Meistern offen steht).
- Instruktionslogen / Instruktionen: Unterrichtsabende oder Diskussionsrunden zu freimaurerischen Symbolen und Ritualen (teils ebenfalls nach Graden getrennt).
- Brudermahle / Collagen / brüderliche Abende: Zwanglose Treffen, oft ohne rituellen Rahmen, z.B. zum gemeinsamen Essen und Gedankenaustausch.
- Organisatorische Treffen: Darunter Beamtenräte und Mitgliederversammlungen (z.B. zur Wahl ebendieser Beamten durch alle Brüder).
- Themen- bzw. Gästeabende: Öffentliche Veranstaltungen für Interessierte (Profane), bei denen Vorträge gehalten werden und man die Loge kennenlernen kann.
- Feste: Besondere Ereignisse wie das Stiftungsfest (Jubiläum der Loge) oder das Johannisfest.
- Besondere Veranstaltungen: Ein Beispiel ist das Schwesternfest, eine feierliche Veranstaltung, zu der auch die Partner der Brüder eingeladen sind. Da es sich bei den Partnern meist um Frauen der Brüder handelt, werden diese als Schwestern bezeichnet. Teilweise wird für das Schwesternfest ein abgewandeltes, speziell für Prophane geschriebenes Ritual demonstriert.

