Die drei kleinen Lichter der Freimaurerei

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In der Symbolsprache der Freimaurerei stehen die drei kleinen Lichter für die Ordnung der Loge, in Form von Sonne, Mond und Meister.

Abgrenzung

Die drei kleinen Lichter werden von den drei großen Lichtern und den drei Pfeilern unterschieden.

Die drei großen Lichter und die Pfeiler haben sie also eine physikalische Entsprechung in rituellen Arbeiten. Eine solche Entsprechung der drei kleinen Lichter ist hingegen selten in Ritualen (z.B. eine Ausnahme wäre das in Deutschland ungeläufige Ritual I bis III des AASR)

Symbole

Die Sonne

Die Sonne regiert den Tag. Symbolisch steht sie für das aktive, das warme Prinzip, die Emotionen und die männliche Kraft. Sie spendet das Licht, das für das Leben und die Arbeit notwendig ist.

Der Mond

Er regiert die Nacht. Er steht für das passive, das kalte Prinzip, den Verstand und das Empfangende des Weiblichen. In der alten Symbolik wurde der Mond oft als das Reflektierende gesehen, das das Licht der Sonne widerspiegelt, um auch in der Dunkelheit Orientierung zu geben.

Der Meister vom Stuhl

So wie die Sonne den Tag und der Mond die Nacht regiert, so regiert der Meister vom Stuhl die Loge. Er soll die Brüder erleuchten (ihnen Wissen und Weisheit vermitteln) und über die Einhaltung der Ordnung der Loge wachen.

Die Auflistung des Meisters an dritter Stelle stört in gewisser Weise die Ästhetik der Dualität von Sonne und Mond. Man kann die Nennung des Meisters jedoch als Auflösung eben dieser Dualität interpretieren, als Dialektik also: Von These über Antithese zur Synthese. In dem Sinne gibt der Meister vermittelt der Meister die Pole, ohne dabei eine Seite zu negieren. Er braucht kein entweder oder, kein entweder Gefühl oder Verstand. Der Meister kennt Maß und Mitte. Er weiß, um die Stellung beider Prinzipien in seinem Leben, kann diese abwägen und findet so zur Harmonie.

Siehe auch

Mit der Dreiteilung reihen sich die drei kleinen Lichter in eine lange Tradition.[1] Siehe dazu auch:

Anmerkungen

  1. Die Einheit in der Dreiheit ist ein grundlegendes Konzept vieler Religionen. Im Christentum beispielsweise gibt es 3 Tugenden (Glaube, Liebe, Hoffnung), 3 Initiations-Sakramente (Taufe, Firmung, Eucharistie), 3 Weisen (Caspar, Melchior, Balthasar — stellvertretend für die 3 damals bekannten Kontinente: Europa, Asien, Afrika). Jesus ist am 3. Tage auferstanden. Vor allem aber steht die Drei im Christentum für die Dreifaltigkeit. Vater, Sohn und Heiliger Geist sind in ihrer Wesenheit eins, aber in ihren Äußerungen drei. Ihre Unterscheidung und gleichzeitige Einheit der Drei ist ein zentrales Dogma des Christentums in seiner heutigen Auslegung. Auch Rituale und Beschwörungen werden oft 3 mal wiederholt und erst mit der 3. Aussprache gültig. Selbst im Profanen steht die Drei oft für die Vollkommenheit. So sagen wir z.B. „aller guten Dinge sind drei“. Bei den antiken Griechen bildeten die 3 sprachlichen Fächer die klassischen Künste. Es handelt sich um formelle Korrektheit (Grammatik), inhaltliche Korrektheit (Dialektik) und Verständlichkeit (Rhetorik). Die Geometrie unterscheidet 3 räumlichen Dimensionen (Höhe, Länge, Breite). Gemeinsam bilden sie den euklidischen Raum.