Albanien

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Albanien

Ein altes Land am Rande Europas mit einer jungen Freimaurerei. Von Rudi Rabe.

Das Zentrum der Hauptstadt Tirana: Das Foto von Martijn Munneke zeigt den Skanderbeg-Platz mit dem Rathaus und der zentralen Moschee. Der Kirchturm dahinter stammt aus der Zeit, als sich Albanien in den 1930er Jahren an Mussolini-Italien anlehnte, von dem es dann im Zweiten Weltkrieg besetzt wurde. Danach wurde es fast fünfzig Jahre kommunistisch (Enver Hoxha) und ab 1990 eine Demokratie.
Albanien-Folklore: ein Klischee, das nicht fehlen soll.
Das Foto ist vom 14.10.2011, aufgenommen beim Dinner nach der Einsetzung der neuen ‚Großloge von Albanien’. Albanien ist fast so groß wie Belgien mit drei Millionen Einwohnern: wegen der Armutsauswanderung mit leicht abnehmender Tendenz.
Vaso Pasha: 1825 bis 1892.
Bei der freimaurerischen Arbeit liegen der Koran und die Bibel auf: Albanien ist mehrheitlich muslimisch, war das Land doch vier Jahrhunderte lang ein Teil des Osmanisch-Türkischen Reichs: bis 1912. Es gibt aber auch große christliche Minderheiten.

Stand 2015

Zur 'Großloge von Albanien' (‚Lozha e Madhe e Shqipërisë’) gehören drei Logen. Die Angaben über die Zahl der Brüder schwanken je nach Quelle zwischen etwa vierzig und sechzig.


Frühe Spuren

Im Detail weiß man nicht viel, weil die Quellen während der „dunklen Zeit des kommunistischen Regimes vernichtet worden sind“, erzählte der albanische Großmeister dem Schweizer Freimaurermagazin ‚Alpina’ 2013 in einem Interview. Er war übrigens nicht nur der erste albanische Großmeister sondern mit 36 bei seiner Bestellung vielleicht auch der jüngste der Welt. Man wisse aber, so der Großmeister weiter, dass es in Albanien seit zweihundertfünfzig Jahren „Berührungspunkte zur Freimaurerei“ gebe. Ein slawischer Autor habe eine Loge in der kleinen Stadt Voskopaja im Südosten des Landes erwähnt. Und es habe auch im 19. Jahrhundert immer wieder Persönlichkeiten gegeben, die Freimaurer waren: etwa Vaso Pasha, ein Politiker und Dichter (rechts). Weitere Namen wisse man aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, aber die Existenz von Logen könne nicht nachgewiesen werden.

14. Oktober 2011

An diesem Tag gründete der ‚Grande Oriente d’Italia’ die (reguläre) ‚Großloge von Albanien’. An der feierlichen Lichteinbringung in Anwesenheit von einhundertfünfzig Brüdern aus der ganzen Welt beteiligten sich auch die Großlogen von Serbien und Griechenlands. Dies ist durchaus bemerkenswert, weil diese beiden Länder und Albanien eine lange Tradition der Feindschaft pflegten. Im profanen Leben kann sich das auch heute noch bemerkbar machen.

GL Albanien-Logo.jpg

Die Namen der drei Logen: ‚Arbëria’ (nach dem mittelalterlichen Staat im Territorium des heutigen Albaniens) ; ‚Skënderbeu’ (nach einem albanischen Fürsten und Nationalhelden aus dem 15. Jahrhundert); und ‚Alte Pflichten’. Alle drei Logen sind in Tirana. In der Großloge gibt es Bestrebungen, in einer anderen Stadt eine vierte Loge zu gründen.

Die albanischen Brüder mussten bei Null anfangen und haben es dementsprechend schwer. Dies nicht nur finanziell sondern auch ideell beim Aufbau der Rituale, des Regelwerks und so weiter.

Das Verhältnis zur Politik, zu religiösen Autoritäten und zur Öffentlichkeit sei korrekt und neutral, berichtete der Großmeister in dem Alpina-Interview.

Das Freimaurer-Buch des österreichischen Altgroßmeisters Alexander Giese in albanischer Sprache. Hier eine Rezension der deutschen Ausgabe von Roland Müller.

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