Asiatische Brüder: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Freimaurerlexikon.jpg|thumb|200px|left|Eugen Lennhoff, Oskar Posner, Dieter A. Binder|An Umfang und Genauigkeit bisher unübertroffen enthält das bis zur Gegenwart aktualisierte große lexikalische Standardwerk über die Freimaurerei neben einem lexikografischen Teil, Grundgesetzen, Chronik und Vokabularium der Freimaurerei auch Darstellungen der Leistungen ihrer Mitglieder. Die Vielzahl der Stichworte, Bibliografie und Index ermöglichen einen leichten Zugang zur immer noch geheimnisumwitterten Welt der Feimaurer. Prof. Dieter A. Binder; geboren 1953, lehrt an der Karl-Franzens-Universität Graz und der Andrassy-Universität Budapest Geschichte. Autor zahlreicher Publikationen zur Österreichischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und zur Kulturgeschichte. Bestellung: [[SCHOPF]]]]
 
[[Datei:Freimaurerlexikon.jpg|thumb|200px|left|Eugen Lennhoff, Oskar Posner, Dieter A. Binder|An Umfang und Genauigkeit bisher unübertroffen enthält das bis zur Gegenwart aktualisierte große lexikalische Standardwerk über die Freimaurerei neben einem lexikografischen Teil, Grundgesetzen, Chronik und Vokabularium der Freimaurerei auch Darstellungen der Leistungen ihrer Mitglieder. Die Vielzahl der Stichworte, Bibliografie und Index ermöglichen einen leichten Zugang zur immer noch geheimnisumwitterten Welt der Feimaurer. Prof. Dieter A. Binder; geboren 1953, lehrt an der Karl-Franzens-Universität Graz und der Andrassy-Universität Budapest Geschichte. Autor zahlreicher Publikationen zur Österreichischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und zur Kulturgeschichte. Bestellung: [[SCHOPF]]]]
  

Version vom 2. November 2010, 19:09 Uhr

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An Umfang und Genauigkeit bisher unübertroffen enthält das bis zur Gegenwart aktualisierte große lexikalische Standardwerk über die Freimaurerei neben einem lexikografischen Teil, Grundgesetzen, Chronik und Vokabularium der Freimaurerei auch Darstellungen der Leistungen ihrer Mitglieder. Die Vielzahl der Stichworte, Bibliografie und Index ermöglichen einen leichten Zugang zur immer noch geheimnisumwitterten Welt der Feimaurer. Prof. Dieter A. Binder; geboren 1953, lehrt an der Karl-Franzens-Universität Graz und der Andrassy-Universität Budapest Geschichte. Autor zahlreicher Publikationen zur Österreichischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und zur Kulturgeschichte. Bestellung: SCHOPF

Asiatische Brüder

Quelle: Lennhoff, Posner

ein Hochgradsystem, das 1782 von Hans Heinrich Freiherr von Ecker und Eckhoffen (s. d.) ausgearbeitet wurde und durch die Vermittlung des Grafen Sinzendorf besonders in den österreichischen Erblanden Große Verbreitung fand. Ecker warb schon 1781 als Zugeordneter Meister der Loge "Zu den sieben Himmeln" in Wien für einen von ihm erfundenen hochwürdigsten, mäachtigen und weisen "Orden der Ritter und Brüder des Lichts", angeblich von den "sieben weisen Vatern, Vorstehern der sieben Kirchen in Asien" errichtet, mit der Bestimmung, "Licht und Wahrheit zu verbreiten, Seligkeit und Frieden zu schenken und die echten geheimen Bilder der drei Grade der Brr. Freimaurer-Ritter aufzuschließen".

Fünf Grade

Das System hatte fünf Grade (Ritter novice vom 3, 5, und 7 Jahre , Levite und Priester). In geschickter Weise war das ursprüngliche Element der Kabbala, das jüdische, im Ritual hervorgehoben, um damit die Aufnahme von Juden als "uralten echten Brrn. aus Asien" zu rechtfertigen die in jener Zeit zur deutschen Freimaurerei und Rosenkreuzerei keinen Zugang hatten. Entsprechend den "sieben Kirchen" bestand der Orden aus sechs Provinz- und einem Hauptkapitel. Ecker war Ordenskanzler, mußte wegen Fehde mit den Rosenkreuzern und Geldgeschichten Wien verlassen, warb dann für seine "Lehrart" in Berlin, wobei er eilte, um sich gegenüber den Beschuldigungen der Rosenkreuzer zu rechtfertigen. Der Orden wurde aber vom König aufgehoben.


Wilhelmsbader Konvent

Ecker erschien auf dem Wilhelmsbader Konvent, gewann dort den Landgrafen Karl von Hessen und arbeitete auf dessen Wunsch das System um. So entstanden die "Ritter und Brüder St. Johannis des Evangelisten aus Asien in Europa", die "Asiatischen Brüder" eine "brüderliche Vereinigung edeldenkender frommer, gelehrter, erfahrener und verschwiegener Manner ohne Rücksicht auf Religion, Geburt und Stand", bemüht, "nach den Anweisungen des Ordens die Geheimnisse aus den Erkenntnissen aller natürlichen Dinge zum Besten der Menschheit zu erforschen". Juden (Brr. der "Melchisedek-Logen" s. d.) waren weiterhin zugelassen, aber Gotteslästerern, Religionsspöttern und Majestätsverbrechern, d. h. solchen, die die "heiligen Rechte der Könige und Fürsten, die das Bild des Ewigen auf Erden sind, nur im geringsten verletzen", war der Eintritt verweigert. Die Organisation war eine Nachahmung der rosenkreuzerischen. Der Orden hatte wieder fünf Abteilungen: zwei Probestufen: "Suchende" und "Leidende", drei Hauptstufen: "Ritter und Brüder" ,Weise Meister", Königliche Priester oder echte Rosenkreuzer" (letztere auch "Melchisedek Eius" genannt). Ecker war mit diesem phantastischen Ritus 1782 wieder in Wien tätig. Graf Sinzendorf war Großmeister, Fürst Karl von Lichtenstein Ordensprotektor.

Im Grunde waren die A. B. nichts anderes als eine Absplitterung der Rosenkreuzer, in der das kirchliche, is auch christliche Element fast völlig ausgeschaltet war. Nach Waite lag ihre Anziehungskraft "in dem Fehlen irgendeines Hinweises auf die Nötwendigkeit spiritueller Eignung, religiöser Ziele oder Kenntnisse, wenngleich der Ritus der einer Priesterschaft war". Den Inhalt der Lehre bildeten die "echten Geheimnisse und moralisch-physischen Aufschlusse der Hieroglyphen des Ordens der Ritter und Bruder Freimaurer", was in Wirklichkeit nichts anderes bedeutet als die mit der Zahlensymbolik Saint-Martins verbundene kabbalistische Lehre der Rosenkreuzer, wobei schlechthin von "der achten Religion oder Mago Cabala" die Rede ist. Auf den beiden höchsten Ordensstufen wurde Geistesbeschwörung getrieben.

Der Kampf Borns (s. d.) und Dietrichsteins (s. d.) gegen die A. B. trug wesentlich zum Erlaß des Freimaureredikts Josephs II. bei, obgleich in den Listen des Ordens die Namen sehr vieler Adelsgeschlechter der josephinischen Zeit standen. Das Archiv in Dégh (s. d.) enthalt zahlreiche auf die A. B. bezugliche Akten. (Vergl. Arnold Marx, "Die Gold- und Rosenkreuzer" [Das Freimaurer museum], Bd. V.)