Lied der Lehrlinge

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Lied der Lehrlinge

Bearbeitung: Roland Müller


Lied der Lehrlinge, 1722

Elf verschiedene Übersetzungen ins Deutsche, 1741-1983


engl. Enter’d ‘Prentices Song in:


The constitutions of the free-masons: 1723, 84; Melodie dazu 90 http://freemasonry.bcy.ca/history/anderson/ea_song.html

Laut Lennhoff/ Posner (1932) zuerst erschienen im Weekly Journal, 1. Dezember 1722, von Anderson in seine Konstitutionen (1723) übernommen, ein auch heute noch in England bei Tafellogen bei gern gesungenes Lied

An anderer Stelle präzisiert: erschienen in "Read Weekly Journal", London, am 1. Dezember 1722, betitelt "The Free Macons Health"

In Albert G. Mackeys „Encyclopedia of Freemasonry“ von 1784 heisst es in etwas anderer Schreibweise:

Entered Apprentice's Song The author was Matthew Birkhead and his effort appeared in print, ‚Read's Weekly Journal‘, December 1, 1722, and has continued to be popular ever since, being frequently sung in British Lodges. The song is also called ‚The Freemasons Health‘.

siehe auch mit viel Information: http://mvmm.org/c/docs/Anders1.html Das Lied soll bereits 1650 bei den operativen Maurern in Gebrauch gewesen sein.


Inhalt


1. deutsche Übersetzung Verordnungen, Geschichte, Gesetze, Pflichten, Satzungen, und Gebräuche Der Hochlöblichen Brüderschafft derer Angenommenen Frey-Mäurer. Franckfurth und Leipzig, Bey Jonas Schmid, Anno 1741, 150-152

2. deutsche Übersetzung Der verrathene Orden der Freymäurer, Und das offenbarte Geheimniß der Mopsgesellschaft. Frankfurth und Leipzig, 1745, Anhang 27-31.

3. deutsche Übersetzung Der verrathene Orden der Freymäurer, Und das offenbarte Geheimniß der Mopsgesellschaft. Leipzig, bey Arkstee und Merkus, 1745, Anhang 25-31.

4. deutsche Übersetzung Die offenbarte Freymäurerey und das entdeckte Geheimniiß Der Mopse. Leipzig: Mumme 1745, 199-201, 203-207. auch in: Freimäurer-Lieder und Gesänge zum Gebrauch der Ehrwürdigen Loge genannt die wachsende zu den Dreien Schlüsseln in Regensburg. 1767, 3-5. auch in: Vollständiges Liederbuch der Freymäurer mit Melodieen. Kopenhagen und Leipzig 1776, 51-52.

5. deutsche Übersetzung Das entdeckte Geheimniß der Frey-Mäurer und Mops-Gesellschafft. Berlin: Bey Johann Neaulme, und Stephani De Bourdeaux 1745, 177-178; 179-180; Berlin 1756.

6. deutsche Übersetzung Ludwig Friedrich Lenz: Gedichte verschiedenen Inhalts. Altenburg: Richter 1781, 200-201 Zuerst erschienen in Ludwig Friedrich Lenz Freymäurer-Lieder. 1746

7. deutsche Übersetzung Vollständiges Liederbuch der Freymäurer mit Melodieen, in Zwey Büchern. Kopenhagen und Leipzig 1776, 48-50 auch in: Allgemeines Gesangbuch für Freymäurer. Danzig: Brückner 1784, 6-7

8. deutsche Übersetzung Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. Berlin: Maurer 1801, 296-.297, desgleichen in den Ausgaben 1804 und 1810 auch in: Lieder-Buch für die Grosse Landes-Loge von Deutschland zu Berlin und ihre Töchter-Logen. Zweite Ausgabe, Berlin: Dieterici 1832, 140-141.

9. deutsche Übersetzung Friedrich Conrad Julius Prätorius, Friedrich Schröder, Friedrich Ludwig Wilhelm Meyer: Die Constitutionen der Freimaurer, 1806; Nachdruck'k 1902, 86.

10. deutsche Übersetzung Karl Christian Friedrich Krause: Die drei ältesten Kunsturkunden der Freimaurerbrüderschaft. 2. Aufl. Erster Band, erste Abtheilung, 1820, 272-274.

11. deutsche Übersetzung Die Konstitutionen der Freimaurer aus dem Jahre 1723. Übersetzung von Rudolf Ebel. 1983.

1. Erste deutsche Übersetzung

Verordnungen, Geschichte, Gesetze, Pflichten, Satzungen, und Gebräuche Der Hochlöblichen Brüderschafft derer Angenommenen Frey-Mäurer. Franckfurth und Leipzig, Bey Jonas Schmid, Anno 1741, 150-152.

Auch in: Des verbesserten Konstitutionenbuchs der alten ehrwürdigen Brüderschaft der Freimaurer zweiter Theil. Frankfurt am Main: Andreae 1784,159-162


Brüder und Gesellen Der Mäurerey, Laßt uns das Vergnügen des Lebens Ohne Verdruß geniessen: Wenn wir mit vollem Glase Ein dreyfaches Zeichen geben, Bedeutet es, daß wir in Einigkeit Auf der Brüder Wohlseyn trincken.

Die Welt ist sehr aufmercksam Unsere Wercke zu wissen, Alleine unsere Neider Sollen nichts erfahren, Sie suchen gantz vergeblich Unsere Geheimnisse zu ergründen, Alleine sie sollen nicht einmahl schmecken, Was unsere Brüder trincken.

Welche unsere Worte auffangen Und unsere Zeichen verstehen wollen, Sind nicht gescheut, Und nicht werth, daß man nach ihnen frage, Sie wollen mit ihren Zähnen Den Mond vom Hlmmel ziehen; Wir würden aber eben so unwissend seyn, Wenn wir den Bruder-Nahmen nicht führten.

Von allen Zeiten siehet man Monarchen u. Printzen, und Eine Menge grosser Leute In allen Ländern, Welche ihre kriegerische Waffen Mit einem Schurtzfell Willig vertauschen, Und sich rühmen, Daß sie Brüder von uns sind.

Das Altthum bezeuget, Daß alles klug und gut, Gerecht und Lobens-würdig In den Zusammmkünfften Der rechten Brüder und guten Maurer. Drum laßt uns auf ihr Wohlseyn Die Gläser ausleeren.

Schließt die Hände in einander Und haltet euch fest zusammen, Dancket dem Schicksal vor Das Band der Einigkeit, Und seyd versichert, Daß in beyden halben Circuln der Erde Keine Lob-würdigere Gesundheit Als der Brüder ihre getrunken werden kan.



2. Zweite deutsche Übersetzung

Ludwig Friedrich Lenz: Gedichte verschiedenen Inhalts. Altenburg: Richter 1781, 200-201 Zuerst erschienen in Ludwig Friedrich Lenz Freymäurer-Lieder.1746

Auch in: Vollständiges Liederbuch der Freymäurer mit Melodieen, in Zwey Büchern. Kopenhagen und Leipzig 1776, 55-58. Allgemeines Gesangbuch für Freymäurer. Danzig: Brückner 1784, 148.


Zunftgenossen! edle Brüder Der berühmten Maurerey! Auf! genießt des Lebens Güter, Braucht sie! seyd vergnügt dabey! Laßt den Wein im Becher blinken! Das dreymal bewegte Glas Zeige, daß wir einig trinken Nach der Maurer Regelmaaß.


Mag sich doch der Vorwitz quälen Ueber unser Werk und Pflicht; Thoren! was wir euch verheelen, Das entdeckt ihr ewig nicht. Ihr seyd ohne Frucht beflissen, Wenn ihr unser Thun erwägt, Denn ihr sollt nicht einmal wissen, Wie man hier zu trinken pflegt.


Die sich unsrer Wörter rühmen. Und sich solche selbst erdacht; Die die Zeichen falsch benienten, Werden von uns ausgelacht. Ihr ohnmächtiges Gebelle Geht verächtlich in den Wind. Werdet erst ein Zunftgeselle, So erfahrt ihr, wer wir sind.


Helden sind oft Maurer worden Nach geschloßner Siegesbahn; Königen hat unser Orden Oft sein Schurzfell vorgethan; Und von allen, welche Fame Ewger Lorbeern werth geacht, Hat der süße Brudername Keinen jemals roth gemacht.


Schließt in Einigkeit und Friede, Brüder! jetzo Hand in Hand:

Preist des Himmels milde Güte

Vor ein solches Freundschaftsband; Glaubt, daß auf der ganzen Erde Nie ein Glas so ehrenvoll, So vergnügt getrunken werde, Als auf unsrer Brüder Wohl.


3. Dritte deutsche Übersetzung

Vollständiges Liederbuch der Freymäurer mit Melodieen, in Zwey Büchern. Kopenhagen und Leipzig 1776, 48-50.

Auch in: Allgemeines Gesangbuch für Freymäurer. Danzig: Brückner 1784, 6-7.

Lied der Lehrlinge.(*)

  • Anmerkung:

Diese Uebersetzung des Liedes: Frères et Compagnons de la Maçonnerie etc; haben wir diesfallls hier eingerückt, weil sie durch einen langen Gebraucht gleichsam autorisirt ist. Wir haben ihr aber die sehr verbesserte Uebersetzung des seligen Schlegels beygefügt, nebst dessen Uebersetzung der Fortsetzung dieses Liedes …


Auf! edle Brüderschaft! Die sich von Mauern nennet, Geniesst der Lust und Kraft, Die euch der Himmel gönnet. Das rothgefärbte Glas Soll dreymal uns das Losungszeichen geben. Man trinkt itzt in erlaubter Maaß: Die Brüder sollen leben!


Die Welt, die auf uns hält, Könnt‘ ihre Neugier sparen; Denn weils uns nicht gefällt, So wird sie nichts erfahren. Was nützt ihr ihre Quaal, In unsrer Kunst Geheimniß einzudringen? Sie wissen es ja nicht einmal, Wie sichs die Brüder bringen.


Die so geheimnißvoll Nach unsern Zeichen trachten, Die sind wahrhaftig toll, Von uns nur zu verachten. Das hieß: mit seiner Hand Den Mondlauf höchst thöricht wollen stören. Uns selber wäre nichts bekannt, Wenn wir nicht Brüder wären.


Man hat zu aller Zeit Viel Könige gesehen, (Und dieß ist weit und briet Mit Großen auch geschehen;) Die mit der größten Lust Statt ihres Schwerdts das Schurzfell umgehangen, Und sich damit recht viel gewußt, Wann sie die Zunft empfangen.

Es sagt das Alterthum, Nichts sey hier unvernünftig, Nichts sey hier ohne Ruhm, Und alles recht und zünftig In unsrer Brüderschaft: So laßt uns ihr, so fern sie ächt, zu Ehren, Mit einer nie erschöpften Kraft Die vollen Gläser leeren.

Auf Brüder! Hand in Hand! Laßt uns zusammen halten! Auf, preiset dieses Band, Und laßt das Schicksal walten! Und glaubet dieß dabey: Daß in der Welt, so weit sie uns gegeben, Kein Trunk wohl niemals edler sey, Als auf der Brüder Leben.



4. Vierte deutsche Übersetzung

Vollständiges Liederbuch der Freymäurer mit Melodieen, in Zwey Büchern. Kopenhagen und Leipzig 1776, 51-52. (mit der Schlussbemerkung: „Schlegel“) Dazu, leicht verändert, nur die erste, fünfte und sechste Strophe, S. 161.


Gesang der Lehrlinge.

Auf! und genießt der Zeit, Ihr Brüder und Gesellen! Laßt kein unruhig Leid Des Lebens Lust vergällen. Schenkt ein bis an den Rand,

Laßt mit dem Glas ein dreyfach Zeichen sehen,

Wir trinken mit verknüpfter Hand Der Brüder Wohlergehen.


Der Neugier Lüsternheit Forscht stets nach unsern Thaten. Doch Vorwitz sammt dem Neid Soll drum nichs mehr errathen. Sie sind erfindungsvoll, Der edlen Kunst geheimes Werk zu wissen: Doch Trotz dem, der nur wissen soll, Wie Brüder trinken müssen!


Wer unsre Worte sucht, Mit unsern Zeichen prahlet, Der prüft uns ohne Frucht, Und wird mit Hohn bezahlet. Dies hiesse mit der Hand Bemühet seyn, des Mondes Lauf zu stören. Uns selbst wär alles unbekannt, Wenn wir nicht Brüder wären.

Ihr Großen dieser Welt Ließt öfters mit Vergnügen, Uns Maurern zugesellt, Indeß den Zepter liegen, Die Schürze ward euch werth,

Ihr warft die Pracht gewohnter Titel nieder,

Und hieltet euch genug geehrt, Hieß man euch gleich nur Brüder.


Es spricht für unsre Zunft Die Folge langer Jahre, Daß Tugend, Recht, Vernunft Der Maurer Grund bewahre. Was Laster stützet, sinkt, Die Maurerey bleibt stets ehrwürdig stehen; Drum setzt die Gläser an, und trinkt der Brüder Wohlergehen.


Auf, schliesset Hand in Hand! Dankt für die frohen Stunden, Dankt für dies Freundschaftsband Dem Glück, das uns verbunden! Und glaubt, man trinkt gewiß, So weit die Welt kann Menschen Nahrung geben, Kein so erlauchtes Wohl, als dieß: Daß unsre Brüder leben.


5. Fünfte deutsche Übersetzung

Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. Berlin: Maurer 1801, 296-.297, desgleichen in den Ausgaben 1804 und 1810

Auch in: Lieder-Buch für die Grosse Landes-Loge von Deutschland zu Berlin und ihre Töchter-Logen. Zweite Ausgabe, Berlin: Dieterici 1832, 140-141.

In der Ausgabe von 1869 steht unten am Lied: Ged. v. Hagedorn. 1745. Comp. v. …. 1775.


Zunftgenossen, edle Brüder, der berühmten Maurerei; auf! genießt des Lebens wieder weise, munter, sorgenfrei; laßt den Wein euch Freude blinken, feiert euer Jugendfest, doch zeigt, daß beim frohen Trinken uns die Weisheit nicht verläßt.

Chor. Laßt den Wein etc.


Mag sich doch der Vorwitz quälen über unsre Maurerpflicht; Thoren, was wir euch verhehlen, das entdeckt ihr ewig nicht. Schweigen ist des Maurers Ehre, und ein redlich Herz sein Ruhm; wenn ich nicht ein Maurer wäre, wüßt ich nichts vom Heiligthum.

Chor. Schweigen ist des etc.


Die von unsern Worten träumen, und sich Zeichen selbst erdacht; die voll Eifer auf uns schäumen, werden von uns ausgelacht. Aechter Maurer edle Thaten deckt ein heilig Schweigen zu; sucht sie, Grübler, zu errathen,

glaubt, dies stört nicht unsre Ruh.

Chor. Aechter Maurer etc.


Helden sind oft Maurer worden, nach geschloss‘ner Siegesbahn. Königen hat unser Orden oft das Schurzfell umgethan. Selbst der Edle, dem des Ruhmes Lorbeerkranz das Haupt umschließt, freut sich, wenn des Heiligthumes Mitgenoss' ihn Bruder grüßt.

Chor. Selbst der Edle etc.


Schließt in Einigkeit und Treue, Brüder! jetzo Hand in Hand; preist des Himmels Huld aufs neue für ein solches Freundschaftsband; glaubt, daß auf der ganzen Erde nie ein Glas so ehrenvoll, so vergnügt getrunken werde, als auf ächter Maurer Wohl.

Chor. Glaubt, daß auf etc.


6. Sechste deutsche Übersetzung

Friedrich Conrad Julius Prätorius, Friedrich Schröder, Friedrich Ludwig Wilhelm Meyer: Die Constitutionen der Freimaurer, 1806; Nachdruck als: Das Constitutionenbuch von 1723, Wiesbaden: Carl Ritter 1902, 86.


Der Lehrlingssang. Von unserem verstorbnen Bruder Matthew Birkhead.

Zu singen, wenn alle ernstere Beschäftigung vorüber ist mit des Meister Erlaubniß.

Freie Übersetzung aus der Loge Plato zur beständigen Einigkeit.


Nun rüstet Euch schnell Ihr Brüder, zur Stell’ Versammelt in fröhlicher Runde! Trinkt, scherzet und singt, Beim Weine erklingt Ein Hoch aus begeistertem Munde!

In Spannung erhält Die spähende Welt Die Sucht, das Geheimniß zu finden, Doch tragen sie fort Nicht Zeichen und Wort, Die freie Maurer verbinden.

Ist’s dies oder das? Sie wissen nicht, was So viele bewegt von den Besten, Die schurzgeschmückt Sich fühlen beglückt Bei unserer Arbeit und Festen.

Kön’ge und Herrn Fort legten sie gern Ihr Schwert, um der Kunst sich zu weihen, Als Maurer bekannt Und Bruder genannt Sich in die Kette zu reihen.

Des Alterthums Glanz Umstrahlet uns ganz Und leiht uns verdoppelte Stärke. Wir wissen, es ist Zu jeglicher Frist Nur Gutes an unserem Werke.

Drum. Hand in Hand Steht fest beieinand’, Blickt freudig und stolz in die Runde! Wo klänge wohl noch So kräftig ein Hoch Als hier dem herrlichen Bunde!



7. Siebte deutsche Übersetzung

Karl Christian Friedrich Krause: Die drei ältesten Kunsturkunden der Freimaurerbrüderschaft. 2. Aufl. Erster Band, erste Abtheilung, 1820, 272-274.


Gesang bei'm Schlusse der Lehrlinglection.

1) Kommt, wir wollen uns bereiten, wir, die wir Brüder sind, und uns bei jeder Gelegenheit versammeln; laßt uns trinken, lachen und singen! Unser Wein ist ein Quell der Freude; hier gilt's eine Gesundheit auf einen angenommenen Maurer.

Chorus: Laßt uns trinken, lachen und singen usw.

2) Die Welt bemüht sich, unsere Geheimnisse abzugewinnen; doch, laßt sie nur sich wundern und staunen! Nie kann sie errathen Das Wort oder Zeichen Eines freien und angenommenen Maurers.

3) Es ist Dieß, es ist Das, - sie können nicht sagen: Was; weßhalb so viele große Männer unseres Volkes Schurzfelle angelegt, und sich in Eins verbunden haben mit dem freien und angenommenen Maurer.

4) Große Könige, Fürsten und Herren haben ihre Schwerdter niedergelegt, um unsere Geheimzunft zu verherrlichen. Sie haben sich nie geschämt, sich zugleich nennen zu hören mit einem freien und angenommenen Maurer.

5) Des hohen Alters Stolz haben wir auf unsrer Seite; sie (die Maurerei) macht die Männer vollkommen in ihrem Berufe. Nichts, als was gut ist, kann man denken bei dem Namen eines freien und angenommenen Maurers.

6) Wir sind treu, und aufrichtig, und redlich gesinnt gegen die Schönen, so daß sie sich uns in jedem Falle anvertrauen können. Kein Sterblicher kann die Frauen mehr verehren, als ein freier und angenommener Maurer.

7) So seid denn Hand in Hand verbunden! Jeder schließe sich fest an den Andern! Laßt uns fröhlich sein und, heitern Gesichts! Welcher Sterbliche kann sich eines so edlen Trinkspruches rühmen, als ein freier und angenommener Maurer.



8. Achte deutsche Übersetzung

Die Konstitutionen der Freimaurer aus dem Jahre 1723. Übersetzung von Rudolf Ebel. 1983, 84.


Das Lied der Lehrlinge Von unserem verstorbenen Bruder Matthew Birkhead.

Zu singen, wenn die ernste Arbeit geendet ist und der Meister es gestattet.


Kommt alle herbei, ihr Brüder so frei, versammelt in fröhlicher Runde. Nun lockt uns der Wein, ’s’ kann anders nicht sein bei des Maurers glücklicher Stunde.


Die Welt möchte gern unser Geheimnis lern’n, doch das soll ihr nimmer gelingen. Der Griff und das Wort verborgen sind dort, wo die Maurer die Arbeit vollbringen.


Ist’s dieses, ist’s das, man weiß nicht recht: was, warum soviel ernsthafte Männer dem Schurze vertrau’n und was sie wohl bau’n und wovon sie eigentlich Kenner.


Die Großen so wert legten nieder das Schwert, das Geheimnis fester zu binden. Ihnen galt es gar viel – alles andre als Spiel – sich im Kreise der Maurer zu finden.


Seit Jahrhunderten her war es ihnen Ehr’, zu ihrem Worte zu stehen. Sie verachteten nicht, was andern gebricht. Wer mag als Maurer sie schmähen.


Nun reicht euch die Hand, die Treue sei Pfand. Seid froh und erfreut euch des Festes. Kein Sterblicher sei denn froher und frei und gebe als Maurer sein Bestes.

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Siehe auch: