Pentagramm

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Pentagramm Dombau.png
Fritz Lang "Metropolis" 1926
Goethes "Faust" "Der Herr der Ratten und der Mäuse...." Aquatinta-Radierung 35 x 30 cm von Jens Rusch
Simplex des 5-Ecks, diese Figur entspricht einem Tetraeder der 4. Dimension. Animation der Drehbewegung des Pentagramms im Fünfeck. Es finden 2 Kreisumdrehungen statt.

Pentagramm oder Pentalpha

Quelle: Lennhoff, Posner, Binder

Drudenfuß das aus den Diagonalen oder aus der Verlängerung der Seiten eines Fünfecks entsteht, bezw. aus fünf Alphas gebildet wird, hat von altersher symbolische Bedeutung. Bei den Pythagoräern war es ein Gruß- oder Erkennungszeichen, wobei fünf Buchstaben, die "sei gesund !" bedeuteten, die fünf Ecken zierten. Das Pentagramm wird auch in Zusammenhang mit dem "Siegel Salomonis" gebracht, da der König es auf dem Grundstein des Tempels angebracht habe.

In Goethes "Faust" verhindert es, nach altem Brauch auf die Schwelle gezeichnet, den Eintritt des Bösen, insoferne nicht die Spitze nach außen offen ist. In vielen freimaurerischen Systemen steht im Pentagramm ein G. umfaßt vom flammenden Stern. (Vergl. Henne am Rhyn, "Symbolik".)

Die Geschichte des Pentagramms

Antike

Das Pentagramm wurde auf einem Krug aus der mesopotamischen Djemdet-Nasr-Zeit, d. h. um 3000 v. Chr., gefunden, und wird als Symbol für „Gottheit“ gedeutet.[1]

Pythagoras kannte es als Symbol für Gesundheit. Ihn interessierte daran besonders der mathematische Aspekt des Goldenen Schnitts. Da man es in einem Zug zeichnen kann und am Schluss wieder zum Anfang gelangt, galt es auch als Zeichen für den Kreislauf des Lebens. Abraxas, Gott der Gnostiker, wurde ebenfalls durch ein Pentagramm symbolisiert, weil er fünf Urkräfte in sich vereint.

Heraldik

Auch in der Heraldik, also auf Wappen, und bei Flaggen, wird der Drudenfuß als gemeine Figur verwendet. Marokko und Äthiopien führen einen Drudenfuß in den Flaggen, Kommunen wie Knielingen, Giebenach und Schlotheim in ihren Wappen.

Siehe auch: Drudenfuß

Im Sakralbau

Kirche St. Peter und Paul in Kaarma (13. Jahrhundert) Das Pentagramm mit seinem Goldenen Schnitt prägte manchen Kirchenbau. Pentagramme sind noch heute an vielen Fensterrosetten gotischer Kirchengebäude zu sehen. An der Ostseite des Turms der Marktkirche Hannover ist ebenfalls ein Drudenfuß zu sehen. Eine christliche Deutung für die fünf Ecken sind die fünf Wunden Jesu Christi.

Freimaurer-Symbol

Von den Dombauhütten kam das Pentagramm zu den Freimaurern und wurde das übergeordnete Symbol auf ihren Arbeitsteppichen. Seine fünf Spitzen weisen auf die Tugenden der Klugheit, der Gerechtigkeit, der Stärke, der Mäßigung und des Fleißes hin.

Weitere symbolische Deutungen der fünf Ecken des Pentagramms sind der Geist und die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft; oder auch Äther und die vier Himmelsrichtungen Norden, Süden, Westen und Osten.

Der Flammende Stern ist ein freimaurerisches Pentagramm, das von einer Gloriole umgeben ist und zentral den Buchstaben G enthält (identische Bedeutung).

Das Pentagramm in der Geometrie und in der Zahlenthorie

Quelle: SIMPLEX – DER FESTE AGGREGATZUSTAND DER ZAHL http://tetraktys.de/geometrie-2.html

Das Pentagramm ist wie auch das Hexagramm Teil einer Drehmatrix, identisch mit den Teilereigenschaften von Mengen. Die geometrisch arithmetische Aussage lautet:
5 geteilt durch 2 gleich 2,5. Bezw. 2 mal 2,5. Nur jeder zweite Punkt des Fünfecks ist verbunden. Auf diese Weise muss das 5-Eck zweimal umrundet werden, bis sich die Sternfigur schließt.

Das Pentagamm ist die erste Sternfigur, welche folgende arithmetische Eigenschaft aufweist: Die natürliche Zahl (in diesem Fall Menge 5) ist mit der Teilermenge (in diesem Fall Menge 2) nicht teilbar.

Des Weiteren ist das Fünfeck (und der Fünfstern) das erste regelmäßige Polygon, welches nicht mit sich selbst in der Ebene und im Raum lückenlos parkettierbar (im weitesten Sinne kompatibel) ist.

Siehe Platonische Parkettierungen https://de.wikipedia.org/wiki/Parkettierung#Platonische_Parkettierungen

Das Fünfeck mit eingezeichneten Diagonalen, zusammengesetzt aus einem Fünfeck und einem Pentagramm, ist auch die zweidimensionale Projektion eines Tetraeders der 4. Dimension. Die genaue Bezeichnung ist 4-Simplex.

Aus diesen arithmetischen und geometrischen Eigenschaften innerhalb systematischer Zusammenhänge lassen sich auch die philosophischen Interpretationen des Pentagramms als Stern des "Mikrokosmos" in der Zahlenmystik der Hermetik und auch in der Freimaurerei herleiten.

Religion und Okkultismus

Quelle und weitere ausführliche Erläuterungen: https://de.wikipedia.org/wiki/Pentagramm

In mittelalterlicher und nachmittelalterlicher Zeit galt das Pentagramm als Bannzeichen gegen das Böse sowie als Zauber- und Abwehrzeichen gegen Dämonen. Der Name Drudenfuß wird zum einen damit erklärt, dass das Zeichen als Schutzzeichen gegen nächtliche Spukgeister, die Druden, angesehen wurde. Es gab aber auch den Glauben, dass Druden selbst einen vogelartigen Fußabdruck hinterlassen, der in etwa dem Pentagramm gleicht.

In Goethes Faust I (Vers 1395 f.) hindert das Zeichen den Teufel Mephistopheles daran, Fausts Studierzimmer (Siehe Radierung von Jens Rusch) zu verlassen:


Mephistopheles: „Gesteh’ ich’s nur! daß ich hinausspaziere / Verbietet mir ein kleines Hinderniß, / Der Drudenfuß auf eurer Schwelle –“ Faust: „Das Pentagramma macht dir Pein?“

Seit dem französischen Okkultisten Eliphas Levi wird insbesondere das „umgekehrte“ Pentagramm/Pentakel mit Okkultismus und Satanismus in Verbindung gebracht. In Lévis Dogme et rituel de la haute magie aus der Mitte des 19. Jahrhunderts wird es als „Zeichen der Ziege des Sabbaths“ bezeichnet, wobei die Zacken jeweils für die Hörner, die Ohren und den Bart der Ziege stehen. Umgekehrt wurde das auf zwei Spitzen stehende Pentagramm mit Jesus Christus identifiziert, wobei Jesu eigentlicher Name יְהוֹשׁוּעַ (Jehoschua) beziehungsweise יֵשׁוּעַ (Jeschua) vom Tetragrammaton יהוה (JHWH) ausgehend mit יהשוה (Jahschuah) wiedergegeben und als Pentagrammaton bezeichnet wurde.


Darauf bauten zahlreiche spätere Okkultisten auf. Mit einem Ziegenkopf in einem von verzerrten hebräischen Zeichen (LVYThN לִוְיָתָן) umringten invertierten Pentagramm erschien es 1961 auf dem Cover von Maurice Bessys Histoire en 1000 Images de la Magie; Anton Szandor LaVey übernahm dieses unter der Bezeichnung Sigil of Baphomet als Zeichen seiner 1966 gegründeten Church of Satan. LaVey benutzte das Siegel des Baphomet auch für die Cover der Schallplatte The Satanic Mass (1968) und der Satanischen Bibel (1969).


In den 1980er Jahren wurde das invertierte Pentagramm in der Metal-Szene, insbesondere im Black- und Death Metal, als Symbol für das Böse oder den Satanismus beliebt, das Siegel des Baphomet erschien z. B. auf Schallplatten wie Jamras The Second Coming (1972) und Venoms Welcome to Hell (1982). Ferner gibt es eine Doom-Metal-Band namens Pentagram. Das Pentakel (Pentagramm mit Kreis) ist auch im Neuheidentum, insbesondere in der neureligiösen Bewegung Wicca, ein wichtiges Symbol. In dem Horrorfilm Pentagram des Regisseurs Steve Lawson von 2019 beschwören vier Jugendliche, die durch schwarze Magie in einem Pentagramm auf dem Dachboden eines verlassenen Hauses gefangen sind, den Dämon Asmodäus.

Siehe auch

Links

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