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Friedrich Ludwig Schröder

Zeittafel:

1744: Am 2. oder 3. November In Schwerin geboren, Mutter Schauspielerin, Vater "liederlicher Organist" aus Berlin.

1749: Mutter heiratet den Schauspieler und späteren Prinzipal Ackermann, Schröder steht bereits mit drei Jahren auf der Bühne und spielt kleine Rollen. Reisen der Truppe nach Petersburg, Moskau, Warschau.

1756: Bei Ausbruch des 7-jährigen Krieges bleibt Schröder in Königsberg zurück. Er lebt bei einem Schuster in einer alten Schule, hat bei einem Engländer Schauspiel- und Tanzunterricht, liest Shakespeare in Englisch.

1759: Der 15-Jährige schlägt sich alleine nach Solothurn durch, Aufnahme in die Schauspieltruppe.bis 1764 Wanderjahre durch Deutschland, in Hannover wird Konrad Ekhof als sehr angesehener Deklamateur in die Truppe aufgenommen. Späteres Vorbild Schröders

1764: Ackermann gründet in Hamburg das Theater am Gänsemarkt, später mit Lessing und Ekhof das Deutsche Nationaltheater.

1768: Finanzielle Schwierigkeiten, Schließung des Nationaltheaters, Schröder geht nach Süddeutschland.

1771: Tod Ackermanns, Schröder wird Prinzipal und hat Erfolge mit Goethes "Clavigo", "Götz" und Lessings "Emilia Galotti".

1773: Heirat der Schauspielerin und Partnerin Anna Christina Hart, sehr glückliche aber kinderlose Ehe. In den folgenden Jahren großes Repertoire. Spielt in einem Jahr 26 Hauptrollen. Sichert Urheberrechte und zahlt Autoren Honorare.

1774: Am 8.9. auf Vorschlag Bodes (Absalom) Aufnahme bei „Emanuel zur Maienblume“ i.Or. Hamburg.

1776: Am 20.9. Erstaufführung von "Hamlet" in der Bearbeitung Schröders in Hamburg. Bis 1779 große Erfolge mit den 18 Hauptwerken Shakespeares, den er dadurch in Deutschland bekannt macht.

Ab 1780 Reisen durch Deutschland, große Erfolge mit Shakespeare, als Hamlet, Lear und Falstaff.

Ab 1784 Mitglied des Kaiserl. Nationaltheaters in Wien.

Von 1785 und bis 1798 Prinzipal in Hamburg, führt Werke Schillers auf und bietet diesem Mitarbeit an. ("Sind Sie frei? Können Sie Dresden gegen Hamburg vertauschen" Ein dramatischer Schriftsteller muss durchaus an dem Orte sein, wo sich die Bühne aufhält für die er schreibt!")

1787: am 28.6. zum M.v.St. von „Emanuel“ gewählt. Intensive Beschäftigung mit der FM.

1789: Schröder legt die neuen Reform- und Logengesetze vor. Rückkehr zum 3-Grad-System.

1792: Annahme der Gesetze in den Hamburger Logen, Gründung eines Konsortiums für Gemeinwohl, mrr. Forschung und Logenverwaltung. Hieraus entstehen die bis heute noch existierende Kinderstiftung, das FM. Krankenhaus (später Elisabeth-Krankenhaus 1795), eine Pensionskasse für Schauspieler und der spätere Engbund (1802-68).

1796: Rückzug aus dem Theater auf sein Landgut in Rellingen, Arbeit am Ritual mit umfangreichem Quellenstudium, intensive Kontakte zu Meyer in Göttingen und zu Goethe, Herder, Wieland und Schiller in Weimar.

1799: Zug. Großmeister der Provinzialloge zu Hamburg.

1801: Einsetzung des neuen Rituals in Hamburg und beim weißen Pferd in Hannover sowie zahlreichen anderen Logen landesweit.

Bis 1803 enge Korrespondenz mit Herder zum gegenseitigen Textabgleich zur gemeinsamen Herausgabe des Rituals. Herder lehnt diesen Vorschlag Schröders ab, er betätigt sich auch in Weimar nicht mehr aktiv als FM.

1801: Bis 1808 legt Schröder eine umfassende Sammlung von Ritualen aller Lehrarten und Grade an, arbeitet diese durch und veröffentlicht sie mit seinen Kommentaren.

1806: Annahme Meyers in die Loge „Emanuel“, der Gutsbesitzer in Bramstedt wird. Enge Korrespondenz mit ihm bis 1816

1807: Das "Schröderritual" wird weit verbreitet angenommen, auch in Weimar (die "Anna Amalia" wird nach 25 dunklen Jahren neu geöffnet)

1809: Rückkehr zum Theater wegen der Besetzung Hamburgs durch die Franzosen seit 1806


1811: Wegen großer Schwierigkeiten (Aufführungsverbot der Werke von Schiller und Shakespeare) erneut Prinzipal, wird antifranzösischer Haltung verdächtigt, wohl auch wegen der engen FM-Beziehungen der Hamburger Logen zu London.

1811: Auf Initiative Schröders Konstitution der Großen Loge zu Hamburg als selbstständige Großloge. Trennung als Provinzialloge von der großen Loge von England verhindert den Anschluss an den Grand Orient.

1814: Großmeister der Großen Loge zu Hamburg.

1815: Herausgabe der Unterrichte 1° und 2° von Meyer, 3° unverändert von Schröder

1816: Am 3. September: Nach schweren Jahren durch Krieg und Besatzung Tod durch psychische und physische Erschöpfung: Grabinschrift: "Dem Freunde der Wahrheit und des Rechts, dem Förderer menschlichen Glücks, dem unerreichten Künstler".

1816: Seine Witwe gibt die Rituale erstmals in gedruckter Form heraus.

Friedrich Ludwig Schröders Reform der Freimaurerei

Friedrich Ludwig Schröder (1744-1816), Theaterdirektor, Publizist und Dramaturg sowie einer der bedeutensten Shakespeare-Darsteller seiner Zeit, war zugleich einer der wichtigsten Reformatoren der deutschen Freimaurerei.

Um zu verstehen, welche Leistung Schröders die Königliche Kunst bis heute prägt, muss man sich ihre Situation in den 70er und 80er Jahren des 18. Jhr. vergegenwärtigen. Nachdem die spekulative Maurerei in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts der Aufklärung einen Boom in den verschiedenen deutschen Staaten erlebt hatte und die Logen wie Pilze aus dem Boden schossen, schlug nun die Stunde der Scharlatane.

Die Freimaurerei war in bestimmten, vermögenden Gesellschaftskreisen „in“ und Blender und Beutelschneider witterten ihre Chance auf das schnelle Geld. Da die einfache, blaue Johannismaurerei mit den drei Graden Lehrling, Geselle, Meister recht unspektakulär ist, mithin Phantastereien und Schwärmereien wenig Raum bot, tobten sich besagte Personen – darunter so illustre Abenteurer und schillernde Gestalten wie Giuseppe Balsamo, besser bekannt als Graf Caliostro – in immer komplexeren Hochgradritualen aus.

Hier wurden ritterliche Zeremonien mit Phantasiekostümierungen und klingenden Titeln zu einer bizarren Mischung verrührt. Viele dieser Titel konnten, ebenso wie Patente zur Gründung von Logen, käuflich erworben werden. Die junge Freimaurerei befand sich in einer ernsten Krise. Jedoch bildete sich in den 80er Jahren eine Gegenbewegung, der unter anderen die Freimaurer Herder, Goethe, Hufeland und eben F. L. Schröder angehörten. Ziel dieser Reformer war eine Freimaurerei, die sich auf die alte englische Maurerei mit den drei Graden zurück besann.

Schröder schrieb die Ritualtexte, ersann die Einrichtung des Logenzimmers, zeichnete eine Vorlage für einen eigenen Arbeitsteppich und schuf so ein komplettes System. Seine Ritualtexte zeichneten sich durch eine schlichte, nicht manierierte Sprache aus, den Ritualablauf straffte der Theatermann, gab ihm eine eigene Dynamik und reduzierte schließlich die Zahl der Symbole.

Mit dem Wilhelmsbader Konvent 1782 zeichnete sich schließlich das Ende der Lehrart namens „Strikte Observanz“ ab. Die Schrödersche Lehrart hingegen wird bis heute bearbeitet.