Napoleon I

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Napoleon I., Kaiser der Franzosen

Quelle: Lennhoff, Posner, Binder

* zu Ajaceio 1769, † 1821 auf St. Helena soll Freimaurer, wie sein Vater, gewesen sein. Er soll auf der Fahrt nach Ägypten auf Malta die Weihe zum Maurer erhalten haben. In einem offiziellen Bericht des Grand Orient über ein Fest des Jahres 1805 ist eine Rede wieder gegeben in der behauptet wurde, Napoleon habe "auf seinem ägyptischen Feldzug das maurerische Licht gesucht und empfangen, in Ägypten, dem Lande, auf das die Uranfänge der Freimaurerei zurückgehen". Die Tatsache wird jedoch heftig umstritten. Dann soll er 1797 einer Logenarbeit in Nancy beigewohnt, nach anderer Überlieferung bereits in Valence, wo er als Artillerieleutnant in Garnison lag, Aufnahme gefunden haben.

Empereur Francais et Macon

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Die Loge in Grenoble weihte ihm 1806 eine Büste in ihrem Tempel, die ausdrücklich als Büste des "Empereur Francais et Macon" bezeichnet wurde. 1807 wurde in der Mailänder — den Namen der Kaiserin Josefine tragenden — Loge ein Toast auf Napoleon, "Bruder, Kaiser und König" gehalten. Anläßlich der Geburt seines Sohnes wurden Logen veranstaltet, die den "erhabenen Louveton Prinzen Napoleon" begrüßten, den Erstgeborenen des Ehrwürdigen Br. Napoleon (1811). Bésuchet und Abraham bezeichnen Napoleon gleichfalls als Freimaurer. Eine Straßburger Loge, "La Fraternite", brachte als erste Gesundheit die des Br. Napoleon, Haupt der Nation und Retter Frankreichs" satzungsmäßig bei jeder Tafelloge aus.

Auch in mehreren Druckwerken seiner Zeit, die alle die Zensur passiert haben, wird der Kaiser ausdrücklich als Br. angesprochen. Bei Bégue-Clavel findet sich ein seither vielverbreitetes Bild, das Napoleon in maurerischer Bekleidung beim Betreten einer Loge zeigt, die er besucht haben soll, weil ihm von hochverräterischen Absichten dieser Loge berichtet worden sei. In den Sammlungen des Prinzen Napoleon Victor in Brüssel sind drei Maurerschurze vorhanden, die Napoleon gehört haben sollen. (Abgebildet in "Illustration", 1910.) Auch in England will man einen in der erbeuteten Bagage von Waterloo gefundenen Schurz des Kaisers besitzen.

Geistiger und sittlicher Machtfaktor

Sicher ist jedenfalls, daß Napoleon bestrebt war, die Freimaurerei als geistigen und sittlichen Machtfaktor ebenso nach seinem Willen geleitet zu sehen wie Hochschulen, Kirche und Presse. Seine Brüder standen an der Spitze maurerischer Körperschaften (s. Napoleoniden). Bei wiederholten Gelegenheiten (1803/04) ließ er in die Leitung des Grand Orient de France die hervorragendsten Persönlichkeiten seiner Umgebung emtreten, sie durch seine Marschälle formlich "militarisieren". So waren sein Bruder Louis Großmeister (später Durch den Erzkanzler Cambaceres ersetzt), der Marschall Masséna Großadministrator, der Senator Choiseul-Praslin Großkonservator, Murat und der Kanzler der Ehrenlegion Lacépéde Großaufseher, Lalande Großredner, Admiral Magon Großschatzmeister, die Marschalle Beurnonville und Macdonald Großexperten, Kellermann Großarchivar, Sebastiani Großsiegelbewahrer, Augereau und Lefebvre Großalmoseniere.

Joseph

1805 autorisierte Napoleon die Wahl seines Bruders Joseph zum Großmeister (ohne daß dieser vorher Freimaurer gewesen wäre!) mit Cambaceres und Murat als Stellvertreter. Auf Wunsch des Kaisers ließ 1804 nach der Entstehung des Obersten Rates des Schottischen Ritus Cambaceres durch Kellermann Einigungsverhandlungen einleiten, die dann allerdings nur einem Scheinerfolg zeitigten. Immerhin schien die napoleonische Polizei in der Folge der unbedingt kaisertreuen Gesinnung der französischen Freimaurer nicht ganz sicher zu sein. Gaston Martin zufolge spähte sie seit 1810 die Logen nach allen Regeln aus und war bemüht, in diese überall Leute aufnehmen zu lassen, die Spitzeldienste leisteten.

Adoptionsloge

Die erste Frau des Kaisers scheint Mitglied einer Adoptionsloge gewesen zu sein. Sie wohnte 1805 einer Arbeit der Loge "Les Franc-Chevalieres" in Paris bei, die von ihrer Hofdame, der Baronin Dietrich, geleitet wurde. Jedenfalls ist die Zugehörigkeit Napoleonss zum Bunde nicht geklärt. In den Listen der Loge von Valence, "La Sagesse", kommt der Name nicht vor, in Malta war die Freimaurerei seit 1740 vom Malteserorden aufgehoben. Der Beweis der Mitgliedschaft ist also nicht aktenmäßig, sondern höchstens aus Indizien gegeben.

Logennamen

Eine große Anzahl von Logen führte Napoleons Namen. Die 1784 in Paris gegründete "Bien faisance" nannte sich "Napoléon le Grand". In Toulouse gründete General Chabron 1805 die Loge "Napoléomagne". In Livorno gab es 1807 eine Schottenloge "Napoleon", General Graf Miollis stand in Rom 1807 der Loge "Sa Majeste L'Empereur" vor. In Korfu bestand die Loge "St. Napoleon", eine Loge gleichen Namens in Avignon, die sogar einen eigenen Hochgrad "Les Chevaliers de Napoleon", entwickelte Auch nach dem Namen der Kaiserin Josephine wurden Logen benannt. So in Paris "St. Josephine" und die Loge "Josephine reale" in Mailand. Diese Namenegebungen beweisen an sich nichts für die Zugehörigkeit Napoleons zur Freimaurerei.

Sie sind höchstens Zeichen der Begeisterung für den Helden oder des Byzantinismus. Der Grand Orient de France ordnete in der napoleonischen Zeit an, daß alle Arbeiten mit dem Rufe "Vive Napoleon et la famille imperiale" zu öffnen und zu schließen seien.

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