Rezension: Mike Myers: The Pentaverate

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von Giovanni Grippo

Sehenswert aber zutiefst skurril

Mike Myers, der aus ähnlich komödiantischen Filmen, wie Austin Powers, Wayne’s World und Shrek bekannt ist, bringt eine gesellschaftskritische Mini-Serie auf Netflix raus.
(Mini-Serie wird seit dem 05.05.2022 auf Netflix ausgestrahlt.)

Die Mini-Serie titelt: »The Pentaverate« und spielt auf ursprünglich fünf (Griech. penta) weiße männliche Mitglieder an, die aus dem Hintergrund die Weltgeschichte seit 1347 lenken. Stets wird auch im Vorspann betont, dass sie die »Netten« seien. Dabei geht die Serie aber viel weiter. Es geht nicht nur um Kritik an der Gesellschaft selbst, sondern auch um die Kritik an allen möglichen Geheimgesellschaften und Organisationen mit »elitärem« Anspruch.

Niemand bleibt verschont. Um nur ein paar Beispiele zu erwähnen: Vatikan, Illuminati, Bilderberger, Freimaurer, Templer; Popkulturen wie Star Trek, Star Wars, Space Balls, Men in Black, KFC, Matrix, Simpsons, Monty Python aber auch Verschwörungstheoretiker, sowie die Presse und Myers‘ Liebe zu Kanada, seinem Heimatland, kommen nicht zu kurz. (Die Auflistung ist bei weitem nicht vollständig.)
Auch Netflix, dem Streaming-Sender bei dem die Serie ausgestrahlt wird, veralbert sich selbst.

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Unterhaltenswert trotz ziemlicher Symbol-Überfrachtung

Es verwundert also nicht, dass die »Künstliche Intelligenz« (KI) namens »Mentor« - ein Auge in einem Dreieck - alles Wissen seit der Alexandrinischen Bibliothek in sich vereinigt; und von einem verstorbenen Pentaverate-Mitglied entwickelt wurde.

Personalmangel, Überalterung, Rassismus, Diskriminierung sowie reine Männerbünde werden genauso vorgeführt und auf die Schippe genommen, wie die in der Öffentlichkeit absonderlich wirkenden Rituale, Ritualhandlungen und Ritualgesten, wenn sie eben nicht erklärt werden… Aus dieser überspitzten und stark übertriebenen Sichtweise heraus bringt Mike Myers den Zuschauer zum herzlichen Lachen aber den Eingeweihten zum ernstlichen Nachdenken. Ein Abriss einer verborgenen Welt, die zwar nicht so ist, aber von der die Öffentlichkeit ahnt, dass es sie doch so geben könnte.

Durch das Zurückziehen aus und dem Distanzieren von der öffentlichen Wahrnehmung haben sich alle erwähnten Organisationen keinen Gefallen getan. Auch wenn z.B. der Vatikan eine Kirche inmitten der Gesellschaft sein möchte oder z.B. sich Freimaurer selbst lieber als diskrete Gesellschaft bezeichnen, verlieren sie mehr und mehr ihre Stellung in der Öffentlichkeit. Die Netflix-Mini-Serie zeigt auf, wie es nicht geht oder wie es doch geht. Die gute Seele des Ganzen ist schließlich eine Frau, zwar nicht Teil des inneren Fünferzirkels aber kompetent und resolut.

Selbstkritik der aller feinsten und haarigen Sorte!

Es überrascht letztlich nicht, dass am Ende der Mini-Serie das Pentaverat aufgelöst wird, weil es seinem Zweck nicht mehr nachkommen kann; selbst wenn die verbliebenen drei Mitglieder (zwei entpuppen sich als Schurken), es weiter wollen würden. Durch Einnahme von Zyankali-Kapseln, die sie stets bei sich tragen in übergroßen Schlüsselanhängern, werden die Demetrius-Protokolle aktiviert, damit das Wissen und die Macht des Pentaverats nicht in die falschen Hände geraten. (Eine Anspielung auf die Protokolle der Weisen von Zion!?)

Das Pentaverat wird schließlich von einen Septaverat (Lat. septem für Sieben) ersetzt, das aus Frauen und Männern aus verschiedenen Kulturen besteht. Zumindest die Gleichberechtigung und die Antidiskriminierung wegen Rasse und Alter gewinnen zum Schluss.

Mentor, die KI mit dem Auge im Dreieck, ist inzwischen mit einer »reinen, aufrichtigen, puren, kanadischen« menschlichen Seele verschmolzen, was wohl die einzige wirkliche Lösung des postmodernen KI-Paradoxon in Myers‘ Vorstellungswelt darstellt.

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Quellenangaben