Werklehre: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Kategorie: Lexikon]]
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Version vom 12. Januar 2026, 22:14 Uhr

Autor: Philipp Gerlach

Eine Werklehre bezeichnet in der Freimaurerei die systematische Unterweisung in den Fragen, rituellen Aspekten und insbesondere den Symbolen eines spezifischen Grades.

Allgemeines

In der Freimaurerei sind Werklehren üblicherweise gradspezifisch aufgebaut. Es existieren also spezifische Werklehren für Lehrlinge, Gesellen und Meister. Jede Werklehre setzt dabei entsprechende Schwerpunkte. Ein Lehrlingskatechismus behandelt beispielsweise die rituellen Aspekte des Lehrlingsgrades, wie dessen Werkzeuge, Symbole, Fragen und Erkennungszeichen. Da es sich bei der Freimaurerei um eine Initiationsgemeinschaft handelt, fallen die detaillierten Inhalte der Werklehre in aller Regel unter die Arkandisziplin.

Formen der Werklehre

Prinzipiell lassen sich zwei Formen von Werklehren unterscheiden:

  • Katechismen: Im engeren Sinne handelt es sich hierbei um ritualisierte Dialoge.
  • Lehrbücher: Im weiteren Sinne werden auch Unterweisungen in Buchform als Werklehre bezeichnet. Diese beinhalten meist den Katechismus selbst sowie weiterführende Erläuterungen.

Katechismen

Katechismen sind Werklehren in Dialogform (als ein Frage- und Antwortspiel). Sie deuten dem Adepten einige rituelle und philosophische Aspekte seines Grades. Der Lehrling lernt so beispielsweise, die Symbolik seiner Aufnahme zu verstehen. Katechismen können im Rahmen einer Tempelarbeit vorgetragen werden (Instruktion). Oft werden sie den Adepten zur Vertiefung zusätzlich in Textform ausgehändigt.

Einige Lehrarten unterscheiden zwischen kurzen und langen Katechismen. Da lange Katechismen viel Zeit in Anspruch nehmen, werden sie meist anstelle einer Zeichnung vorgetragen.[1] Kurze Katechismen können hingegen Bestand einer gewöhnlichen Tempelarbeit sein.[2]

Historisch, insbesondere im 18. Jahrhundert, wurden Werklehren auch als 'Fragstück' bzw. 'Lehrfragstück' bezeichnet.[3]. Der älteste, bekannte freimaurerische Katechismus finden sich im Edinburgh Register House Manuscript (1696) bzw. im Sloane Manuscript (1700). Weitere historische Katechismen finden sich in:[4]

Lehrbücher

Im weiteren Sinne versteht man unter der Werklehre auch ganze Lehrbücher oder Instruktionshefte. Diese beinhalten in aller Regel den (kurzen und langen) Katechismus und ergänzen diesen durch zusätzliche Aspekte. Beispiele sind:

  • Imhof, G. (1983): Kleine Werklehre der Freimaurerei. I. Das Buch des Lehrlings. Alpina.
  • Stührenberg, K. (2021): Die Arbeit am rauen Stein: Ein Arbeitsbuch für Freimaurer im Lehrlingsgrad. tredition.

Siehe auch

Referenzen

  1. so z.B. in: FzaS (1914): Das feierliche Gebrauchtum des I. Grades.
  2. so z.B. in: AFuAM (2011): Lehrlings-Ritual der Großloge
der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland. Bauhütten-Verlag.
  3. Vgl. z.B. das Lehrlingfragstück nach Prichard oder das Lehrfragstück über Masonei und Masonenbund
  4. Diese historische Katechismen sind bereits veröffentlich, daher von der Arkandisziplin ausgenommen.