Vereinigte fünf Logen: Unterschied zwischen den Versionen

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|Name=Absalom zu den drei Nesseln
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Version vom 12. März 2026, 08:19 Uhr

Autor: Philipp Gerlach

Die Vereinigten fünf Logen (kurz: V5) sind ein Zusammenschluss von fünf Logen in Hamburg, die zu den ältesten Logen in Deutschland zählten.

Übersicht

Zur V5 gehören folgende Logen:

Name Gründung Weblink
Absalom zu den drei Nesseln {{{Orient}}} {{{Großloge}}} {{{MatrikelNr}}} Absalom zu den drei Nesseln
St. Georg zur grünenden Fichte {{{Orient}}} {{{Großloge}}} {{{MatrikelNr}}} St. Georg zur grünenden Fichte
Emanuel zur Maienblume {{{Orient}}} {{{Großloge}}} {{{MatrikelNr}}} Emanuel zur Maienblume
Ferdinande Caroline zu den drei Sternen {{{Orient}}} {{{Großloge}}} {{{MatrikelNr}}} Ferdinande Caroline zu den drei Sternen
Ferdinand zum Felsen {{{Orient}}} {{{Großloge}}} {{{MatrikelNr}}} Ferdinand zum Felsen

Zum Zeichen Ihrer Einigung tragen die fünf Logen ein gemeinsames Bijou.

Geschichte

Übersicht

Die V5 waren 1811 Gründungsmitglieder der Großen Loge zu Hamburg. Nach verschiedenen Zugehörigkeiten (u.a. zur Strikte Observanz) gehören inzwischen alle 5 Logen der AFuAM an (sie auch: Distriktsloge Hamburg). Sie arbeiten alle nach dem Schröder'schen Ritual. Die V5 besitzen und betreiben heute eines von drei Logenhäuser in Hamburg, das Logenhaus Welckerstraße.

Die Anfänge der [[Deutschland|deutschen Freimaurerei] in Hamburg

Durch internationale Handelsbeziehungen, insbesondere zu Engalnd, und einen damit verbundenen weltoffenen Charakter galt die Reichsstadt Hamburg Nährboden der Freimaurerei in Deutschland. Bereits 20 Jahre nach Gründung der Großloge von London und Westminster fasste die erste [[Logen in Hamburg|Loge in Hamburg Fuß. (Auf diese Loge beruft sich Absalom). Von hier aus breitete sich die Freimaurerei in Deutschland aus. Nach Jahren des stetigen Wachstums, und weiteren Logengründungen bedeutete die die französische Besatzung Hamburgs. und durch die Brüder Georg Heinrich Sieveking und Friedrich Ludwig Schröder:

Sieveking und die Reformbestrebungen in Hamburg

Im Jahr 1789 wurde Georg Heinrich Sieveking zum Stuhlmeister der Loge St. Georg gewählt. Unter dem Eindruck der Französischen Revolution versuchte er, die Freimaurerei nach den Idealen der Aufklärung neu zu gestalten. Bereits seine Wahl zum MvSt war ungewöhnlich: Nachdem er seine Reformgedanken erläutert hatte, knüpfte er die Annahme des Amtes an die Bedingung, dass mindestens 75 % der Brüder ihm per Ballotage zustimmen müssten. Er erhielt schließlich 12 weiße und 2 schwarze Kugeln.

Sieveking war eine zentrale Figur des Hamburger Geisteslebens. Er stammte aus einer angesehenen Kaufmannsfamilie und war Mitglied der exklusiven Montagsgesellschaft, der nur zwölf Mitglieder angehörten, darunter der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock. Bereits 1786 hatte er gemeinsam mit dem Domherrn Lorenz Meyer nach englischem und schweizerischem Vorbild eine „Spar- und Vorschusskasse für Fabrikarbeiter und Handwerker“ ins Leben gerufen – ein frühes Beispiel für soziales Engagement der Freimaurerei.

Konflikt um das Ritual

Als junger Stuhlmeister, getragen von der Euphorie über das Ende des Absolutismus, schlug Georg Heinrich Sieveking vor, das traditionelle, englische Ritual weitgehend aufzugeben. An die Stelle der symbolischen Arbeit sollten „Aussprachen über Freiheit und Gleichheit treten, damit die Vernunft inthronisiert werde“. Er ging so weit, die überlieferten Symbole, die „Hieroglyphen“, Gebräuche und den Eid als „Possen“ zu bezeichnen.

Dieser radikale Kurs stieß auf den entschiedenen Widerstand von Friedrich Ludwig Schröder, dem damaligen Stuhlmeister der Loge Emanuel zur Maienblume. In mehreren Rededuellen verteidigte Schröder den Eigenwert der freimaurerischen Symbolik. Er argumentierte, dass die Symbole den eigentlichen Stoff bildeten, „aus dem die große Bruderkette geschmiedet würde“. Schröder setzte sich schließlich durch; Sieveking legte am 10. April 1790 den Hammer der Loge St. Georg nieder.

Die „Schrödersche Reform“ und die Große Loge von Hamburg

Während Sieveking das Ritual abschaffen wollte, verfolgte die Altschottische Loge unter dem Obermeister v. Exter zeitgleich das Ziel, die Hochgrade der Strikten Observanz wiederzubeleben. Friedrich Ludwig Schröder sah darin die Notwendigkeit für einen „dritten Weg“: Er wollte die Rituale auf ihr ursprüngliches, nüchternes Maß zurückführen und sowohl die „Bilderstürmerei“ der Rationalisten als auch das mystische Ritterwesen zurückdrängen.

Schröder orientierte sich dabei an den alten englischen Konstitutionsbüchern und schuf die Schrödersche Lehrart. Diese zeichnete sich durch Schlichtheit und die Ablehnung konfessioneller Beschränkungen aus. Sogar Johann Gottfried Herder lobte diesen Ansatz:

„Mit welch schöner Art können wir uns, dem Ritual treubleibend, von allen metaphysisch-allegorischen Deuteleien entfernt halten...“

Die Zeit der französischen Besatzung

Im Jahr 1811 ergriff Schröder die Initiative zur Gründung der Großen Loge von Hamburg. Hintergrund war die politische Lage während der Hamburger Franzosenzeit (Hamburg war seit 1806 besetzt). Der französische Einfluss zielte darauf ab, die traditionellen Bindungen der Hamburger Logen zur Großloge von England zu lösen und sie dem Grand Orient de France unterzuordnen. Geplant war die Einsetzung einer „Grande Loge Provinciale Hanseatique“. Durch die Gründung einer eigenen, unabhängigen Großloge bewahrten die Hamburger Maurer ihre Souveränität.

Siehe auch