Rezension: 100 Jahre «Le Droit Humain Österreich»

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Der Droit Humain ist eine masonische Richtung aus Frankreich: ein System, das Frauen und Männer aufnimmt. In Österreich arbeitet diese traditionsreiche Obödienz seit 1922: Bis zur Unterbrechung durch das totalitäre Nazi-Regime waren es nur zwei Logen. Ein Jahrhundert nach der Gründung konnten der auf 27 „blaue“ Logen (plus 12 Hochgradlogen) angewachsene Orden seinen hundertsten Geburtstag feiern: mit multimedialen Ausstellungen, mit verschiedenen Feierlichkeiten und mit einem Buch, in dem er zum ersten Mal seine Geschichte, seine masonischen Inhalte und seine künstlerischen Hervorbringungen präsentierte. Von Rudi Rabe.

Softcover mit 220 Seiten.
Im Textfluss wurde das Buch bewusst sparsam bebildert; anders die letzten 16 Seiten: auf einem speziellen Kunstdruckpapier zeigen sie von Mitgliedern des Ordens geschaffene zwei- und dreidimensionale Kunstwerke, die auch in der Jubiläumsausstellung präsentiert werden.
Drei davon sind hier abgebildet:
die dreidimensionale Trias "Lehrling-Geselle-Meister" von Margit Hart.
1. Grad: Lehrling
„Erkenne dich selbst“ ist die erste und niemals abgeschlossene Aufgabe jeder Freimaurerin und jedes Freimaurers.
2. Grad: Gesell:in
„Schau um dich“ ist der Auftrag an den Gesellen und die Gesellin; der Blick weitet sich über das Selbst hinaus zur Welt.
3. Grad: Meistermaurer:in
Nun sollte sich der Blick in eine erweiterte Transzendenz richten: vertikal - aber gerade auch im Droit Humain durch seine besondere Betonung der Laizität auch horizontal über die Grenzen und Begrenzungen der eigenen Existenz hinaus.

Drei Hauptkapitel

Es ist dies kein Buch aus einem Guss, sondern ein vielfältiges Gemeinschaftswerk von rund zwei dutzend AutorInnen, deren Beiträge in eine dreiteilige Struktur eingebaut sind: Vergangenheit („Rückblick“), Gegenwart („Rundblick“) und Zukunft („Ausblick“). In der redaktionellen Einleitung heißt es: „Die Texte des Buches zeigen die Persönlichkeiten der jeweiligen Autor:innen und blieben von der Redaktion unangetastet. Auch die Frage des Genderns wurde den Autor:innen überlassen. … Mögliche Redundanzen ergeben sich aus der Querschnitt-Thematik.“

In diesem Sinn erscheint es sinnvoll, in den Mittelpunkt dieser Rezension eine dem Inhaltsverzeichnis folgende Übersicht zu stellen, weil das Buch so am besten zu begreifen ist. Nach einem Grußwort von René Motro, dem Großmeister des Internationalen Droit Humain (DHI) mit Sitz in Paris, und einem Vorwort von Regina Erben-Hartig, die das Buch als Chefredakteurin betreute, folgen die drei erwähnten Hauptkapitel. Alle Autorinnen und Autoren sind Mitglieder des DHÖ.

➤ Rückblick

  • Silvia Kuhn-Gehmacher: Chronik der Geschichte des Droit Humain - eine Zeittafel von 1828 bis 2022
  • Isabelle Kiefhaber und Dominique Luquet-Dörflinger: Maria Deraismes 1828 - 1894. Le Droit Humain - Mehr als eine Obödienz? (= die ersten Jahre in Frankreich)
  • Hanne Egghardt: Georges Martin 1844 - 1916 (= der Co-Gründer)
  • Susanne Thomasberger: Stefan Schlesinger und Anna Kerdijk - Eine große freimaurerische Liebe - Zur Geschichte des Droit Humain Österreich in der Zwischenkriegszeit
  • Lisa Fischer: Freimaurerinnen - Wege der Gleichberechtigung. Le Droit Humain - eine gemischte Obödienz von Männern und Frauen (zum selben Thema Lisa Fischer im Freimaurer-Wiki: hier)
  • Ingrid N.: 100 Jahre Droit Humain in Österreich (= das Thema eingebettet in die gesellschaftliche und politische Entwicklung dieser hundert Jahre)
  • Anna M.: Laudatio anlässlich des 50-jährigen Freimaurer-Jubiläums der Schwester Hermine Fröhlich bei der Festarbeit am 28.2.2005
  • Silvia Kuhn-Gehmacher: 75 Jahre Droit Humain in Österreich - Festrede am 25. Oktober 1997 im Hotel Renaissance Penta zu Wien

➤ Rundblick

  • Jakob Engel: FreimaurerInnen ohne Grenzen - ein Reisebericht (= ein Überblick auf den Droit Humain rund um den Globus)
  • SMT: Le Droit Humain in seiner Vielfalt (= Auflistung der Werte und Prinzipien des Droit Humain)
  • SPES - Soutien pur l’enfance en souffrance (= Unterstützung für Kinder in Not: eine karitative Aktion des internationalen Droit Humain in Afrika, an der sich auch der Droit Humain Österreich beteiligt)
  • Elisabeth Treu-Chrétien und Isabelle Kiefhaber: Laizität und Freimaurerei
  • Renate Skoff: „Gedanken zur Toleranz“ oder „Wie viel (In)Toleranz braucht die Freimaurerei?“
  • Gabriele Pfleger: Ein Leben lang Lehrling - aus der Sicht des 33. Grades
  • Friederike Andritsch: Achtbare Perfektionsloge Nr. 83 „Meister Pilgram Vindobona“ im Gewölbe zu Wien (= Porträt einer Hochgrad-Loge)
  • Gabriele Pfleger: 10 Jahre Sehr Mächtiger Groß-Kommandeur im Dienste des Droit Humain 2007 - 2017 (= Rückblick der damaligen obersten DHÖ-Schwester auf diese zehn Jahre)
  • Harald F.: Emanzipation
  • Barbara N.: Die Kette
  • Ilse Gewolf: Weit im Osten (= Lyrik)
  • Sonja B.: Streben nach Licht (= Licht als Symbol)
  • Susanne Thomasberger: Vom Tempel der Humanität - Freimaurerei für Männer und Frauen in Mozarts Zauberflöte
  • Lilo Almog und Susanne Thomasberger: Die Königliche Kunst/Ars Regia - Freimaurerei in der Kunst

➤ Ausblick

  • Irene Podovsovnik: „Für mich ist Freimaurerei eine egoistische Geschichte“ (= ein Interview mit der zur Zeit des Jubiläums Präsidentin der Föderation des österreichischen Droit Humain, also der Verantwortlichen für das infrastrukturelle Management des Ordens in Österreich)
  • Lilo Almog: „Wir sind ein Ermächtigungsverein“ (= ein Interview mit der zur Zeit des Jubiläums "initiatorischen Spitze" des österreichischen Droit Humain, zugleich erste Delegierte zum Droit Humain International in Paris)
  • Lilo Almog: Der erweiterte Humanismus - ein Auftrag an die Freimaurerei
  • E.J.W.: 200 Jahre Le Droit Humain in Österreich: Status quo und Perspektive (= das letzte Kapitel des Buchs ist ein detailliert beschriebener fiktiver Rückblick aus dem Jahr 2122, der dann auch noch in einen ebenso fiktiven Ausblick bis zum Jahr 2222 mündet)




100 Jahre LE DROIT HUMAIN Österreich

Verlag Erhard Löcker - Wien 2022 - ISBN 978-3-99098-146-7

Das Buch kann im Buchhandel oder direkt beim Verlag bestellt werden: https://loecker-verlag.at/
Beim „Buchdepot zum rauhen Stein“ in Wien ist es gewöhnlich vorrätig: https://www.buchdepot.net/


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Siehe auch

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