Logenhaus Welckerstraße: Unterschied zwischen den Versionen
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Ein Vorgängerbau des heutigen Logenhauses befand sich an der Großen Drehbahn, in unmittelbarer Nachbarschaft zur heutigen Welckerstraße und dem 1795 eingeweihten [[Elisabeth Alten- und Pflegeheim der Freimaurer|Hamburger Freimaurer-Krankenhaus]]. Der klassizistische Bau wurde 1799 durch die [[V5|Vereinigten fünf Hamburgischen Logen]] in Auftrag gegeben und 1800 feierlich eingeweiht. Verantwortlicher Architekt war der [[Freimaurer]] [[Axel Bundsen]]. Das Gebäude gilt als das vermutlich erste in [[Deutschland]] explizit für diesen Zweck errichtete [[Logenhaus]].<ref name="Papenheim"/><ref name="Appel" /> | Ein Vorgängerbau des heutigen Logenhauses befand sich an der Großen Drehbahn, in unmittelbarer Nachbarschaft zur heutigen Welckerstraße und dem 1795 eingeweihten [[Elisabeth Alten- und Pflegeheim der Freimaurer|Hamburger Freimaurer-Krankenhaus]]. Der klassizistische Bau wurde 1799 durch die [[V5|Vereinigten fünf Hamburgischen Logen]] in Auftrag gegeben und 1800 feierlich eingeweiht. Verantwortlicher Architekt war der [[Freimaurer]] [[Axel Bundsen]]. Das Gebäude gilt als das vermutlich erste in [[Deutschland]] explizit für diesen Zweck errichtete [[Logenhaus]].<ref name="Papenheim"/><ref name="Appel" /> | ||
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Den Großen Brand von [[Hamburg]] im Jahr 1842 überstand das Gebäude in der Drehbahn weitgehend unbeschadet. In der Folge leistete es wichtige Dienste für das öffentliche Leben: Unmittelbar nach dem Brand wurde es ersatzweise als Börse genutzt, später diente es zudem als Handelsgericht und als Notunterkunft für Obdachlose.<ref name="Papenheim"/> | Den Großen Brand von [[Hamburg]] im Jahr 1842 überstand das Gebäude in der Drehbahn weitgehend unbeschadet. In der Folge leistete es wichtige Dienste für das öffentliche Leben: Unmittelbar nach dem Brand wurde es ersatzweise als Börse genutzt, später diente es zudem als Handelsgericht und als Notunterkunft für Obdachlose.<ref name="Papenheim"/> | ||
==Erstes Logenhaus in der Welckerstraße (1891-1937)== | ==Erstes [[Logenhaus]] in der Welckerstraße (1891-1937)== | ||
Aufgrund des massiven Mitgliederzuwachses der [[Hamburger Logen]] stießen die Räumlichkeiten an der Drehbahn Ende des 19. Jahrhunderts an ihre Kapazitätsgrenzen. Da das [[Logenhaus Moorweidenstraße|Logenhaus in der Moorweidenstraße]] zu diesem Zeitpunkt noch nicht existierte, bezogen die [[V5|Vereinigten fünf Logen]] im Jahr 1891 einen Neubau in der Welckerstraße 8, der auch von den [[Logen]] der [[GLLvD]] genutzt wurde. Das alte [[Logenhaus]] an der Drehbahn sowie Teile des [[Elisabeth Alten- und Pflegeheim der Freimaurer|Freimaurer-Krankenhauses]] wurden abgerissen, um Platz für die Errichtung der Oberpostdirektion zu schaffen. | Aufgrund des massiven Mitgliederzuwachses der [[Hamburger Logen]] stießen die Räumlichkeiten an der Drehbahn Ende des 19. Jahrhunderts an ihre Kapazitätsgrenzen. Da das [[Logenhaus Moorweidenstraße|Logenhaus in der Moorweidenstraße]] zu diesem Zeitpunkt noch nicht existierte, bezogen die [[V5|Vereinigten fünf Logen]] im Jahr 1891 einen Neubau in der Welckerstraße 8, der auch von den [[Logen]] der [[GLLvD]] genutzt wurde. Das alte [[Logenhaus]] an der Drehbahn sowie Teile des [[Elisabeth Alten- und Pflegeheim der Freimaurer|Freimaurer-Krankenhauses]] wurden abgerissen, um Platz für die Errichtung der Oberpostdirektion zu schaffen. | ||
Auf dem rund 17.000 m² großen Grundstück in der Welckerstraße, unmittelbar neben der Drehbahn, entstand ein repräsentatives Gebäude im neo-palladianischen Stil, entworfen von dem Architekten | Auf dem rund 17.000 m² großen Grundstück in der Welckerstraße, unmittelbar neben der Drehbahn, entstand ein repräsentatives Gebäude im neo-palladianischen Stil, entworfen von dem Architekten [[Arthur Viol]] ([[St. Georg zur grünenden Fichte|'St. Georg']]). Die Bauausführung übernahm S. Fluck ([[Absalom zu den drei Nesseln|'Absalom']]). Die Fassade wurde durch ein [[allsehendes Auge]] im Giebel geschmückt, während im Haupttempel eine überlebensgroße Statue des Reformers [[Friedrich Ludwig Schröder]] Aufstellung fand.<ref name="Papenheim"/><ref name="Appel" /><ref name="Wiebe" /> | ||
[[Datei:Grosse.jpg|thumb|350px|Gedenktafel am Logenhaus der V5 in Hamburg]] | [[Datei:Grosse.jpg|thumb|350px|Gedenktafel am Logenhaus der V5 in Hamburg]] | ||
Im Zuge des [[Dunkle Zeit|Verbots der Freimaurerei]] durch die Nationalsozialisten (1935–1945) wurde das Logenhaus in der Welckerstraße zunächst zweckentfremdet und als „Anti-Freimaurer-Museum“ für Propagandazwecke genutzt. 1937 wurde das Gebäude auf Anordnung der Machthaber abgetragen. Im Gegensatz dazu blieb das später errichtete [[Logenhaus Moorweidenstraße]] der [[GLLvD]] erhalten, wurde jedoch als Verwaltungssitz der Nationalsozialisten und u.a. als Sammelstelle für Deportationen in Arbeits- und Vernichtungslager missbraucht. Die [[Große Loge von Hamburg]] wich während dieser Zeit ins Exil nach [[Chile]] aus.<ref name="Papenheim"/> | Im Zuge des [[Dunkle Zeit|Verbots der Freimaurerei]] durch die Nationalsozialisten (1935–1945) wurde das Logenhaus in der Welckerstraße zunächst zweckentfremdet und als „Anti-Freimaurer-Museum“ für Propagandazwecke genutzt. 1937 wurde das Gebäude auf Anordnung der Machthaber abgetragen. Im Gegensatz dazu blieb das später errichtete [[Logenhaus Moorweidenstraße]] der [[GLLvD]] erhalten, wurde jedoch als Verwaltungssitz der Nationalsozialisten und u.a. als Sammelstelle für Deportationen in Arbeits- und Vernichtungslager missbraucht. Die [[Große Loge von Hamburg]] wich während dieser Zeit ins Exil nach [[Chile]] aus.<ref name="Papenheim"/> | ||
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Nach der Wiederbelebung der Freimaurerei in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg ließen die [[V5|Vereinigten fünf Logen]] in den Jahren 1970 bis 1971 einen Nachfolgebau an der Welckerstraße 8 errichten. Der Entwurf stammte von dem Architekten [[Gerd Pempelfort]] (von dem u.a. auch das Radisson Blu Hotel am Bahnhof Dammtor stammt). | Nach der Wiederbelebung der Freimaurerei in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg ließen die [[V5|Vereinigten fünf Logen]] in den Jahren 1970 bis 1971 einen Nachfolgebau an der Welckerstraße 8 errichten. Der Entwurf stammte von dem Architekten [[Gerd Pempelfort]] (von dem u.a. auch das Radisson Blu Hotel am Bahnhof Dammtor stammt). | ||
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Aktuelle Version vom 21. März 2026, 15:37 Uhr
Autor: Philipp Gerlach
Das Logenhaus Welckerstraße ist eines von drei Hamburger Logenhäuser. Es dient v.a. den humanitär-geprägten Männer-Logen als Versammlungsstätte.
Geschichte
Logenhaus an der Großen Drehbahn (1800-1891)
Ein Vorgängerbau des heutigen Logenhauses befand sich an der Großen Drehbahn, in unmittelbarer Nachbarschaft zur heutigen Welckerstraße und dem 1795 eingeweihten Hamburger Freimaurer-Krankenhaus. Der klassizistische Bau wurde 1799 durch die Vereinigten fünf Hamburgischen Logen in Auftrag gegeben und 1800 feierlich eingeweiht. Verantwortlicher Architekt war der Freimaurer Axel Bundsen. Das Gebäude gilt als das vermutlich erste in Deutschland explizit für diesen Zweck errichtete Logenhaus.[1][2]
Mit der französischen Besatzung Hamburgs und der englischen Kontinentalsperre begannen für die Handels- und Hansestadt schwere Zeiten: Die sogenannte 'Franzosenzeit' (1806 bis 1814). Um einer drohenden Einverleibung in die französische Großloge zuvorzukommen – und da die Verbindung zur Großen Loge von London unterbrochen waren –, gründeten die Vereinigten fünf Logen die Große Loge von Hamburg. Das Logenhaus an der Drehbahn diente fortan als deren Sitz.[1]
Den Großen Brand von Hamburg im Jahr 1842 überstand das Gebäude in der Drehbahn weitgehend unbeschadet. In der Folge leistete es wichtige Dienste für das öffentliche Leben: Unmittelbar nach dem Brand wurde es ersatzweise als Börse genutzt, später diente es zudem als Handelsgericht und als Notunterkunft für Obdachlose.[1]
Erstes Logenhaus in der Welckerstraße (1891-1937)
Aufgrund des massiven Mitgliederzuwachses der Hamburger Logen stießen die Räumlichkeiten an der Drehbahn Ende des 19. Jahrhunderts an ihre Kapazitätsgrenzen. Da das Logenhaus in der Moorweidenstraße zu diesem Zeitpunkt noch nicht existierte, bezogen die Vereinigten fünf Logen im Jahr 1891 einen Neubau in der Welckerstraße 8, der auch von den Logen der GLLvD genutzt wurde. Das alte Logenhaus an der Drehbahn sowie Teile des Freimaurer-Krankenhauses wurden abgerissen, um Platz für die Errichtung der Oberpostdirektion zu schaffen.
Auf dem rund 17.000 m² großen Grundstück in der Welckerstraße, unmittelbar neben der Drehbahn, entstand ein repräsentatives Gebäude im neo-palladianischen Stil, entworfen von dem Architekten Arthur Viol ('St. Georg'). Die Bauausführung übernahm S. Fluck ('Absalom'). Die Fassade wurde durch ein allsehendes Auge im Giebel geschmückt, während im Haupttempel eine überlebensgroße Statue des Reformers Friedrich Ludwig Schröder Aufstellung fand.[1][2][3]
Im Zuge des Verbots der Freimaurerei durch die Nationalsozialisten (1935–1945) wurde das Logenhaus in der Welckerstraße zunächst zweckentfremdet und als „Anti-Freimaurer-Museum“ für Propagandazwecke genutzt. 1937 wurde das Gebäude auf Anordnung der Machthaber abgetragen. Im Gegensatz dazu blieb das später errichtete Logenhaus Moorweidenstraße der GLLvD erhalten, wurde jedoch als Verwaltungssitz der Nationalsozialisten und u.a. als Sammelstelle für Deportationen in Arbeits- und Vernichtungslager missbraucht. Die Große Loge von Hamburg wich während dieser Zeit ins Exil nach Chile aus.[1]
Zweites Logenhaus in der Welckerstraße (1971-heute)
Nach der Wiederbelebung der Freimaurerei in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg ließen die Vereinigten fünf Logen in den Jahren 1970 bis 1971 einen Nachfolgebau an der Welckerstraße 8 errichten. Der Entwurf stammte von dem Architekten Gerd Pempelfort (von dem u.a. auch das Radisson Blu Hotel am Bahnhof Dammtor stammt).
Das bis heute bestehende Logenhaus in der Welckerstraße ist architektonisch deutlich schlichter gehalten als seine Vorgängerbauten. Die Logeneinrichtungen befinden sich im Erd- und Kellergeschoss, darunter zwei Tempel, ein Restaurant sowie eine Bibliothek. Die vielen Obergeschosse beherbergen Büroräume, deren Mieteinnahmen der langfristigen Sicherung und Erhalt des Logenhauses dienen sollen.[1]
Logen
Im Logenhaus arbeiten folgende Logen:
Distriktloge
| Name | Orient | Großloge | Matrikel Nr | Weblink |
|---|---|---|---|---|
| Distriktloge Hamburg | Hamburg | AFuAMvD | — | Distriktloge Hamburg |
Johannislogen
Vertiefungsgrade
| Name | Orient | Großloge | Matrikel Nr | Weblink |
|---|---|---|---|---|
| Anglo-Hanseatic, Royal Arch Chapter | Hamburg | BFG | 6 | Anglo-Hanseatic, Royal Arch Chapter |
| Rope and Anchor Lodge of Mark Master Masons | Hamburg | BFG | 1782 | Rope and Anchor Lodge of Mark Master Masons |
| Tor zur Welt | Hamburg | AASR | 66 | Tor zur Welt |
| Pflicht und Tat | Hamburg | AASR | 81 | Pflicht und Tat |
| Unitas Cordum | Hamburg | AASR | 69 | Unitas Cordum |
Galerie
Gedenkmünze an das alte Logenhaus in der Welckerstr.
Entwurf eines Weinetiketts mit dem Eingangsportal des aktuellen Logenhauses im Hintergrund (von Jens Rusch)
Weiterer Entwurf eines Weinetiketts (von Jens Rusch)
