Alter und Angenommener Schottischer Ritus: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''Alte und Angenommene Schottische Ritus''' (kurz: 'Schottischer [[Ritus]]' bzw. AASR; Englisch: Ancient and Accepted Scottish Rite) ist das weltweit am weitesten verbreitete [[System]] von [[Vertiefungsgrade]]n. Sie ist ein Teil der sog. [[Schottische Maurerei |schottischen Maurerei]].
Der '''Alte und Angenommene Schottische Ritus''' (kurz: 'Schottischer [[Ritus]]' bzw. AASR; Englisch: Ancient and Accepted Scottish Rite) ist das weltweit am weitesten verbreitete [[System]] von [[Vertiefungsgrade]]n. Sie gehört zu den [[Schottische Maurerei |schottischen Strömungen in der Freimaurerei]].


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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 23:10 Uhr

Autor: Philipp Gerlach

Der Alte und Angenommene Schottische Ritus (kurz: 'Schottischer Ritus' bzw. AASR; Englisch: Ancient and Accepted Scottish Rite) ist das weltweit am weitesten verbreitete System von Vertiefungsgraden. Sie gehört zu den schottischen Strömungen in der Freimaurerei.

Vertiefungsgrade


Schottischer Ritus

AASR - Logo - Klein.png


umfasst die Logen:

Perfektionslogen ( - 14°)
Souveräne Kapitel (15° - 18°)
Erhabene Areopage (19° - 30°)
Erhabene Konsistorien (31° - 32°)
Oberster Rat (33°)

Aufnahmevoraussetzungen

Im Gegensatz zu den 'blauen Graden' (Johannisloge) erfolgt die Aufnahme in den Schottischen Ritus in der Regel durch eine Empfehlung, eine aktive Bewerbung ist unüblich. Voraussetzungen für eine Berufung in Deutschland sind:

  • Die Mitgliedschaft in einer regulären Freimaurerloge
  • Das Innehaben des Meistergrades seit mindestens einem Jahr
  • Die charakterliche Eignung und das Potential zu weiterer Reife

In Deutschland werden vor allem Brüder der Großloge AFuAM angesprochen, da diese kein eigenes System weiterführender Grade unterhält, im Gegensatz zu anderen Großlogen, wie dem FO oder der 3WK. Der AASR und die AFuAM sind zudem beide eher humanistisch geprägt.

Die Grade des AASR

Das AASR-System umfasst prinzipiell 33 Grade.

Ein Konkordat regelt jedoch, dass in Deutschland die ersten drei Grade (Lehrling, Geselle, Meister) unter die Jurisdiktion der VGLvD fallen und damit nicht vom AASR bearbeitet werden. Der AASR setzt daher erst mit dem 4. Grad an.

In Deutschland werden auch unter den verbleibenden 30 Graden lediglich eine Handvoll rituell bearbeitet. Die dazwischenliegenden Grade werden in der Regel den Adepten nur mitgeteilt (Siehe: Zwischengrade). Zu den bearbeiteten Graden zählen:

Der Grad des Obersten Rates 'Souveräner General-Großinspekteur' (33°) ist lediglich ein Beamtengrad, der nur verliehen, nicht aber rituell bearbeitet wird.

Inhalte und Symbolik

Die Grade des AASR dienen der vertiefenden Betrachtung freimaurerischer Ethik. Im Fokus stehen Werte wie:

  • Demut, Pflichterfüllung und Nächstenliebe.
  • Die Förderung der Gewissensfreiheit und der Menschenrechte.
  • Die Ritterlichkeit als moralischer Kompass.

Die Symbolik ist vielschichtig und speist sich u.a. aus Anlehnungen an biblischen Erzählungen (z.B. die Hiramlegende, die Henochlegende), ritterlichen Traditionen und philosophischen Strömungen der Aufklärung. Die Zahlensymbolik (z. B. die Zahl 7) spielt eine wesentliche Rolle.

Geschichte

Albert Pike (1809–1891) als „Souveräner Großkommandeur“

Der AASR in seiner heutigen Form wurde 1801 in Charleston, South Carolina (USA), gegründet (die sogenannte „Mutter-Großloge der Welt“). Ein bedeutender Reformer des Systems war im 19. Jahrhundert Albert Pike, dessen Werk Morals and Dogma bis heute als Referenzpunkt (insbesondere in den USA) gilt. Die oft zitierte Legende, der Ritus sei von Friedrich dem Großen gestiftet worden, gilt heute als historisch widerlegt, obgleich die „Großen Konstitutionen von 1786“ seinen Namen tragen.

1804 brachte Graf Alexandre François Auguste de Grasse-Tilly den Ritus nach Europa (Frankreich). In Deutschland wurde der AASR erst 1930 durch den 'Obersten Rat' von Österreich (Atelier „Labor“) in der Weimarer Republik etabliert. Nach dem Verbot in der Zeit des Nationalsozialismus erfolgte nach 1945 die Rekonstitution.

Der AASR ist heutzutage in über 60 Staaten durch jeweils einen sog. 'Obersten Rat' repräsentiert. 'Oberste Räte' sind i.d.R. unabhängige, freimaurerische Obödienzen und territorial souverän. Sie unterhalten untereinander freundschaftliche Beziehungen.

'Schottischer Ritus' im Internationalen Freimaurerlexikon

Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)

(vom XXXIII. und letzten Grad), Alter und Angenommener, international verbreitetes Hochgradsystem, bearbeitet die Maurerei in 33 Graden.

In seinem heutigen Aufbau stammt der Ritus aus Amerika, wo 1801 in Charleston (Süd-Carolina) von Oberst John Mitchell, Frederick Dalcho, einem Arzt preußischer Herkunft, Isaac da Costa und anderen der erste "Oberste Rat (frz. Conseil Supreme, engl. Supreme Council) des XXXIII. und letzten Grades" sich bildete, von dem heute alle regulären Obersten Räte der Welt sich herleiten.

Grundlage des ganzen Systems in Aufbau und Organisation bilden die sogenannten "Großen Konstitutionen" von 1786, deren Ursprung strittig ist. Die lange Zeit üblich gewesene und auch heute immer wieder auftauchende Ableitung von Friedrich dem Großen, ließ sich auf die Dauer nicht aufrechterhalten*). Der Inhalt des Systems aber stellt, von unzeitgemäß Gewordenem und daher zumeist nicht mehr Bearbeitetem abgesehen, ein großartiges Ritualgebäude dar.

Die drei symbolischen Grade des Schottischen Ritus unterscheiden sich nur in ritualistischen Einzelheiten von der englischen Lehrart. Sie werden heute nicht mehr von Obersten Räten verwaltet, sondern ausschließlich von Großlogen, so daß die Obersten Räte in der Regel fast durchwegs nur noch die Hochgrade IV bis XXXIII dirigieren.[1] Auf dem Pariser Kongreß der Obersten Räte von 1929 wurde mit aller Entschiedenheit die Auffassung ausgesprochen, daß die symbolischen (blauen) Grade überhaupt nur von Großlogen zu bearbeiten seien. Ein Gegensatz der "blauen" zur "roten" Maurerei besteht keineswegs. Die höheren Grade bilden insofern eine Fortsetzung der Johannisgrade, als das esoterische Moment stark betont, die Lehren weiter ausgearbeitet werden. Sie wenden sich an jene Brr., die ein inneres Bedürfnis nach mehr selbst zu erarbeitendem Licht haben. Neue oder "letzte" freimaurerische Grundwahrheiten werden weder versprochen noch enthüllt; was an solchen existiert, ist in den drei Johannisgraden enthalten. Aber die höheren Stufen haben dennoch ihre nicht zu unterschätzende Bedeutung.

Der überhebliche vielfach sich in Äußerlichkeiten erschöpfende "aristokratische" Charakter, der den Hochgraden im 18. Jahrhundert eignete, ist im Laufe der Zeit im A. u. A. S. R. vollständig verlorengegangen. Die Vertiefung, die der Ritus im Laufe der Zeit in jeder Hinsicht erfuhr, z. B. durch Pike in Amerika und namentlich auch durch den Belgier Goblet d'Alviella (s. beide), haben das Bild wesentlich verschoben. Die Grade, die sich als überflüssig und leer erwiesen, werden meist nur noch rein historisch erläutert. Von der überwiegenden Mehrzahl der Obersten Räte werden sie nicht mehr ritualistisch gepflegt, sondern der nicht unwichtigen Tradition halber nur noch mitgeteilt.

Die Werkstätten der Obersten Räte: Perfektionslogen, Kapitel, Areopage und Consistorien sind nach Lehre und Aufbau auch heute wichtige Stufen freimaurerischer Fortbildung, Ritual und Symbolik sind reich an Schönheit und Gedankentiefe.

Die Lehren: Pflicht zur Arbeit, Kampf für Gewissensfreiheit und Aufrechterhaltung der Menschenrechte, Betätigung der Menschenliebe im Sinne Jesu, Völkerversöhnung, Sorge für Erhaltung des Friedens auf Erden, Streben nach Wahrheit sind Grundsätze, die von Grad zu Grad ihre Vertiefung finden; Goblet d'Alviella hat die Lehre der bedeutsamsten Stufen vereinheitlicht, sie organisatorisch aufgebaut und Brücken geschlagen, die gestatten, von einem wirklichen System zu sprechen, in dem nicht etwa willkürlich aneinandergereihte Grade den Eindruck hilfloser Zusammenhanglosigkeit erwecken. Der belgische Großkommandeur setzte die Grade in Beziehung zu den hauptsächlichsten Religionen, mystischen Kulten, philosophischen Systemen, zog aus ihren verschiedenen Grundlehren eine Nutzanwendung auf die Freimaurerei und vermittelte so Kenntnisse, die, zusammengefaßt, schließlich die "vollkommene Einweihung" erzielen.

Galerie

Videos

Siehe auch

Links

Anmerkungen

  1. veraltete Information