Logenhaus Welckerstraße: Unterschied zwischen den Versionen

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=Geschichte=
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Version vom 21. März 2026, 15:36 Uhr

Autor: Philipp Gerlach

Das Logenhaus Welckerstraße ist eines von drei Hamburger Logenhäuser. Es dient v.a. den humanitär-geprägten Männer-Logen als Versammlungsstätte.

Eingangsportal des Logenhauses in der Welckerstraße 8

Geschichte

Logenhaus an der Großen Drehbahn (1800-1891)

Ein Vorgängerbau des heutigen Logenhauses befand sich an der Großen Drehbahn, in unmittelbarer Nachbarschaft zur heutigen Welckerstraße und dem 1795 eingeweihten Hamburger Freimaurer-Krankenhaus. Der klassizistische Bau wurde 1799 durch die Vereinigten fünf Hamburgischen Logen in Auftrag gegeben und 1800 feierlich eingeweiht. Verantwortlicher Architekt war der Freimaurer Axel Bundsen. Das Gebäude gilt als das vermutlich erste in Deutschland explizit für diesen Zweck errichtete Logenhaus.[1][2]

Mit der französischen Besatzung Hamburgs und der englischen Kontinentalsperre begannen für die Handels- und Hansestadt schwere Zeiten: Die sogenannte 'Franzosenzeit' (1806 bis 1814). Um einer drohenden Einverleibung in die französische Großloge zuvorzukommen – und da die Verbindung zur Großen Loge von London unterbrochen waren –, gründeten die Vereinigten fünf Logen die Große Loge von Hamburg. Das Logenhaus an der Drehbahn diente fortan als deren Sitz.[1]

Den Großen Brand von Hamburg im Jahr 1842 überstand das Gebäude in der Drehbahn weitgehend unbeschadet. In der Folge leistete es wichtige Dienste für das öffentliche Leben: Unmittelbar nach dem Brand wurde es ersatzweise als Börse genutzt, später diente es zudem als Handelsgericht und als Notunterkunft für Obdachlose.[1]

Erstes Logenhaus in der Welckerstraße (1891-1937)

Aufgrund des massiven Mitgliederzuwachses der Hamburger Logen stießen die Räumlichkeiten an der Drehbahn Ende des 19. Jahrhunderts an ihre Kapazitätsgrenzen. Da das Logenhaus in der Moorweidenstraße zu diesem Zeitpunkt noch nicht existierte, bezogen die Vereinigten fünf Logen im Jahr 1891 einen Neubau in der Welckerstraße 8, der auch von den Logen der GLLvD genutzt wurde. Das alte Logenhaus an der Drehbahn sowie Teile des Freimaurer-Krankenhauses wurden abgerissen, um Platz für die Errichtung der Oberpostdirektion zu schaffen.

Auf dem rund 17.000 m² großen Grundstück in der Welckerstraße, unmittelbar neben der Drehbahn, entstand ein repräsentatives Gebäude im neo-palladianischen Stil, entworfen von dem Architekten Arthur Viol ('St. Georg'). Die Bauausführung übernahm S. Fluck ('Absalom'). Die Fassade wurde durch ein allsehendes Auge im Giebel geschmückt, während im Haupttempel eine überlebensgroße Statue des Reformers Friedrich Ludwig Schröder Aufstellung fand.[1][2][3]

Gedenktafel am Logenhaus der V5 in Hamburg

Im Zuge des Verbots der Freimaurerei durch die Nationalsozialisten (1935–1945) wurde das Logenhaus in der Welckerstraße zunächst zweckentfremdet und als „Anti-Freimaurer-Museum“ für Propagandazwecke genutzt. 1937 wurde das Gebäude auf Anordnung der Machthaber abgetragen. Im Gegensatz dazu blieb das später errichtete Logenhaus Moorweidenstraße der GLLvD erhalten, wurde jedoch als Verwaltungssitz der Nationalsozialisten und u.a. als Sammelstelle für Deportationen in Arbeits- und Vernichtungslager missbraucht. Die Große Loge von Hamburg wich während dieser Zeit ins Exil nach Chile aus.[1]

Zweites Logenhaus in der Welckerstraße (1971-heute)

Nach der Wiederbelebung der Freimaurerei in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg ließen die Vereinigten fünf Logen in den Jahren 1970 bis 1971 einen Nachfolgebau an der Welckerstraße 8 errichten. Der Entwurf stammte von dem Architekten Gerd Pempelfort (von dem u.a. auch das Radisson Blu Hotel am Bahnhof Dammtor stammt).

Das bis heute bestehende Logenhaus in der Welckerstraße ist architektonisch deutlich schlichter gehalten als seine Vorgängerbauten. Die Logeneinrichtungen befinden sich im Erd- und Kellergeschoss, darunter zwei Tempel, ein Restaurant sowie eine Bibliothek. Die vielen Obergeschosse beherbergen Büroräume, deren Mieteinnahmen der langfristigen Sicherung und Erhalt des Logenhauses dienen sollen.[1]

Logen

Im Logenhaus arbeiten folgende Logen:

Distriktloge

Name Orient Großloge Matrikel Nr Weblink
Distriktloge Hamburg Hamburg AFuAMvD Distriktloge Hamburg


Johannislogen

Name Orient Großloge Matrikel Nr Weblink
Absalom zu den drei Nesseln Hamburg AFuAMvD 1 Absalom zu den drei Nesseln
St. Georg zur grünenden Fichte Hamburg AFuAMvD 12 St. Georg zur grünenden Fichte
Emanuel zur Maienblume Hamburg AFuAMvD 85 Emanuel zur Maienblume
Ferdinande Caroline zu den drei Sternen Hamburg AFuAMvD 105 Ferdinande Caroline zu den drei Sternen
Ferdinand zum Felsen Hamburg AFuAMvD 156 Ferdinand zum Felsen
Zur Brudertreue an der Alster Hamburg AFuAMvD 805 Zur Brudertreue an der Alster
Globus Hamburg AFuAMvD 441 Globus
Roland Hamburg AFuAMvD 489 Roland
Armin zur Treue und Einigkeit Hamburg AFuAMvD 591 Armin zur Treue und Einigkeit
Alte Treue Hamburg AFuAMvD 707 Alte Treue
Friedrich Ludwig Schröder (Hamburg) Hamburg AFuAMvD 800 Friedrich Ludwig Schröder (Hamburg)
Die Brückenbauer Hamburg AFuAMvD 806 Die Brückenbauer
Theodor Vogel (Hamburg) Hamburg AFuAMvD 949 Theodor Vogel (Hamburg)
Jacob De Molay zum Nordstern Hamburg VGLvD 249a Jacob De Molay zum Nordstern
Anglo-Hanseatic Hamburg BFG 850 Anglo-Hanseatic
Umut Lodge Hamburg ACGL 1055 Umut Lodge

Vertiefungsgrade

Name Orient Großloge Matrikel Nr Weblink
Anglo-Hanseatic, Royal Arch Chapter Hamburg BFG 6 Anglo-Hanseatic, Royal Arch Chapter
Rope and Anchor Lodge of Mark Master Masons Hamburg BFG 1782 Rope and Anchor Lodge of Mark Master Masons
Tor zur Welt Hamburg AASR 66 Tor zur Welt
Pflicht und Tat Hamburg AASR 81 Pflicht und Tat
Unitas Cordum Hamburg AASR 69 Unitas Cordum

Galerie

Referenzen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Papenheim, M (2023): Kleine Geschichte der Freimaurerei in Hamburg. Salier.
  2. 2,0 2,1 Appel, R (2000). Schröders Erbe. 200 Jahre vereinigte Fünf Hamburgische Logen. Große Loge von Hamburg
  3. Wiebe, Carl (1905). Die große Loge von Hamburg und ihre Vorläufer.