Schottland

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Der Herzog von York, später König Georg VI. und Vater von Königin Elisabeth II., am 30. 11. 1936 in Schottland. Über dem Kilt ("Schottenrock") trägt er einen Freimaurerschurz mit der für Schottland charakteristischen halbkreisförmigen Klappe.
Ein "masonischer" Single Malt Whisky.
Backstage: Informationen über die Schottische Großloge und die Freimaurerei.


Schottland

Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)

Die schottischen Werklogen

Wenn auch in Schottland eine Großloge erst nach jener von England und Irland ins Leben trat — 1736 — so reicht die Geschichte der schottischen Freimaurerei, soweit es sich um urkundliche Beglaubigung handelt, doch weiter zurück als die ihrer beiden Schwestern. Als Desaguliers (s.d.) 1721 nach Schottland kam, waren dort weit mehr Logen am Werk als in England, allerdings waren sie noch Werklogen von Bauhandwerkern. In einem Zeitpunkt, da in London die "Operative Masons" in den Logen nur noch sehr dünn gesät waren, bildeten diese in Schottland noch immer die Masse der Mitglieder. Die schottische Freimaurerei hat aber, obgleich über ihre Vorgeschichte die ältesten und sichersten noch erhältenen Urkunden vorliegen, am stärksten Anlaß zur Legendenbildung geboten.

Die ganz unhaltbare Version von Ramsay (s. d.) über die Entstehung der Freimaurerei, die Bezeichnung von Systemen, die mit Schottland gar nichts zu tun hatten und haben, als "Schottische Maurerei", das Märchen von den nach dem Untergang des Templerordens nach Schottland geflohenen Templern, die dort den Orden in maurerischer Verbrämung fortgesetzt und die Bauhütten zu Trägern ihrer Geheimnisse gemacht hatten, schließlich die Verbindung der Königlichen Kunst mit den Geschicken der vertriebenen Stuarts haben das Bild der wirklichen Freimaurerei Schottlands vielfach stark entstellt. Ramsay erklärte 1737, in der Zeit der Kreuzzüge sei in Palästina eine Verbindung zwischen Freimaurerei und Kreuzfahrern hergestellt worden. Letztere hatten, nach Europa zurückgekehrt, Logen gegründet und 1128 sei Lord James Steward Großmeister der Loge in Kilwinnen (Kilwinning) gewesen und habe englische und irische Grandseigneure zu Freimaurern gemacht. In der Folge aber sei die Freimaurerei in den verschiedenen Ländern vernachlässigt worden, und nur in Schottland allein habe sie sich unter Patronanz des Königshauses in ihrem Glanz erhalten. Alle diese Behauptungen sind durchaus unhistorisch. Richtig daran ist nur, daß die Loge von Kilwinning ihre Entstehung von der Bauhütte der 1140 von Hugh de Moville, Connstable von Schottland, gebauten Abteikirche herleitet (unweit von Kilwinning, in Ayr, wurde Ramsay geboren!).

Der Umstand, daß die ältesten Logenprotokolle, die auf unsere Tage überkommen sind, aus Schottland stammen, hat naturgemäß die "schottische" Legendenbildung ebenfalls beeinflusst. Die Edinburgher Loge Nr. 1, Mary's Chapel (Marienkapelle), besitzt insgesamt zehn Bände Originalprotokolle, deren erstes vom 31. Juli 1599 stammt. Sie ist natürlich älter, jedenfalls beweisen aber die Protokolle, daß die Loge schon 118 Jahre vor Gründung der ersten Großloge von England in Tätigkeit war und schon in diesem Zeitraum Männer aufnahm, die nicht zünftige Steinmetzen gewesen sind. Schon am 8. Jänner 1600 ist als solcher "Non Operative" John Boswell of Auchinleck eingetragen. Die Protokolle zeigen auch, daß sich im Laufe des 17. Jahrhunderts die Zahl dieser "Speculatives" nicht unbeträchtlich vermehrte. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, handelte es sich um Männer von Rang, vielfach um historische Persönlichkeiten. So wurden "Fellows of craft" Lord Alexander, Viscount of Canada und dessen Bruder, General Alexander Hamilton, Sir Patrick Hume, der Earl of Marchmount usw.

Noch weiter, auf den 9. Januar 1598, gehen die Protokolle der Aitchison's Haven Lodge zurück, die aber seit 1852 nicht mehr besteht. Aus jenem Zeitraum (1598/99) stammen ferner auch die berühmten "Schaw Statutes", Verordnungen des "General Warden" (Obersten Aufsehers) William Schaw (s. d.), "Werkmeisters des Königs" und das erste der sogenannten "St. Clair Charters" (1601) ein u. a. von Schaw unterschriebener "Freibrief" der schottischen Bauleute für William St. Clair of Roslin (s.d.), der diesem auf Grund königlicher Bewilligung Freiheit und Gerichtsbarkeit über die Maurer einräumte, ihn und seine Erben neuerdings als "Schirmherren und Richter der Zunft" bestätigte. Von den "Fellows" der Aitchison's Haven Lodge, die in dem Protokoll von 1598 verzeichnet sind, waren die Mitunterzeichner des Charters, ausgestellt von den "deacones maisteris and fie men of the Maisonnes whin the realme of Scotland with expres consent and assent of Wm. Schaw, Maister of Wark to our souane Cord".

Die älteste existierende Loge

Die Protokolle der Edinburgh Lodge (St. Mary's Chapel) Nr. 1, der ältesten existierenden Loge der Welt, enthalten im ersten Band die "Schaw-Statutes". Auch von "Cowan" ist gleich anfangs die Rede, welcher Ausdruck seit Anderson von der angelsächsischen Freimaurerei (außerhalb des Bundes ist das Wort nicht im Gebrauch!) für irreguläre Maurer gebraucht wird. Damals kennzeichnete dieses Wort schottischer Herkunft einen "rough mason", Steinmetzen, der nicht Mitglied einer Loge war, einen Maurer "ohne das Wort", d. h. ohne das "Geheimnis", das den Bruderschaften eigen war, der infolgedessen nicht mit Mörtel arbeiten durfte. Aus den "Schaw-Statutes" geht unzweideutig hervor, daß die Loge damals noch reine Zunft-Gilde und nicht mehr war, also keineswegs als Hüterin aus Urzeiten überkommener Überlieferung gelten konnte. Grade im ritualistischen Sinne des Wortes gab es damals noch nicht, solche wurden von den "Speculatives" erst zu dem Zeitpunkt geschaffen, als der Gedanke eines symbolischen geistigen Baues in die Köpfe gedrungen war.

Mitteilungen, die Desaguliers am 24. August 1721 in der Loge "St. Mary's Chapel" machte, wirkten befruchtend auf die Anpassung an die neue englische Lehre. Noch am gleichen Abend erhielten eine Reihe führender Bürger von Edinburgh den Lehrlings und Gesellengrad. Aber es dauerte noch geraume Zeit, bis ein nicht zunftmäßiges Mitglied in der Edinburgher Loge zum Warden (Aufseher) gewählt wurde. Die "Speculatives", die bisher lediglich Ehrenmitglieder gewesen waren, erhielten nun auch in Schottland die vollen Rechte. 1728 wurde einer von ihnen Präses (Meister), 1732 wurden die Earls of Crawford und Kintore aufgenommen (beide spätere Großmeister von England, letzterer auch von Schottland). Immer fand das englische Vorbild Nachahmung. Aus dem Präses wurde der Logenmeister.

Die Großlogengründung

Im Herbst 1735 begannen die Vorarbeiten zur Gründung einer Großloge. Die vier Logen "Mary's Chapel", "Canongate Kilwinning", "Kilwinning Scots Arms" und "Leith Kilwinning" traten zusammen, einen Großmeister zu bestellen und eine Verfassung auszuarbeiten. Am 30. September 1736 fanden sich in "Mary's Chapel" bereits die Vertreter von 33 Logen zum feierlichen Gründungsakt ein. William Clair, Laird of Roslin, der letzte der Familie, wurde erster Großmeister. Er hatte zwar für sich und seine Erben auf die Ausübung seiner älten Rechte Verzicht geleistet, erhielt aber trotzdem sämtliche Stimmen. Die Großloge wählte dann als Farbe das Grün des schottischen Distelordens. Sie entwickelte sich zunächst ausgezeichnet.

Der Jakobitenaufstand von 1745 verlangsamte allerdings den Fortschritt. Im September dieses Jahres, als der Prätendent Karl Eduard mit den Hochländern Edinburgh besetzt hatte, konnte keine Großversammlung stattfinden, aber schon im nächsten Jahre war die "Episode" abgetan. Von 1747 an wurden dann für die schottischen Regimenter Militärlogen gegründet, zuerst im Regiment des Herzogs von Norfolk. Sie trugen sehr viel zur Verbreitung der Maurerei ihrer Großloge in der Welt bei. Von allem Anfang an wurden auch Soldaten in diese Regimentslogen aufgenommen, während für die englischen Armeelogen erst während des Weltkrieges die Bestimmung geschaffen wurde, der zufolge auch Soldaten, die es noch nicht zum Korporal gebracht hatten eingeweiht werden können.

Die Aufnahmetaxen wurden von den Schotten für ihre Soldaten besonders niedrig gehalten (ein Achtel der von den Offizieren zu entrichtenden Beträge) - das brachte starken Zustrom. Die Patronanz, die die Großloge von Schottland den "Antients" in der Zeit angedeihen ließ, als die Herzöge von Atholl deren Großmeister und zugleich auch Großmeister von Schottland waren, bewirkte vorübergehend den Abbruch der Beziehungen seitens der "Moderns" doch änderte sich das aufs gründlichste 1805, als der englische Pro-Großmeister Lord Moira (s. d.), damals Oberbefehlshaber in Schottland, offiziell in der schottischen Großloge erschien und 1806 auch Acting Grandmaster von Schottland wurde. Im gleichen Zeitraum (1807) fand ein Schißma ein Ende, das etwa 60 Jahre lang gedauert hatte: der Kampf der beiden Logen "St. Mary's Chapel" (Edinburgh) und "Kilwinning' um den Vorrang in der Großlogenliste. Erstere konnte nach der Großlogengründung den Nachweis ihrer Existenz bis 1599 zurückführen und erhielt daher den ersten Platz auf der Stammrolle, während letztere, die Dokumente von 1642 vorwies, an die zweite Stelle kam. 1744 erhob sie deswegen Protest, trat aus, erklärte sich als selbständige Jurisdiktion ("Mother Kilwinning") und gründete auch eine Anzahl Logen. Der Bruch wurde schließlich so geheilt, daß "Kilwinning" auf Selbständigkeit und Sonderrechte verzichtete und in der Matrikel Nr. 0 erhielt, während die "Edinburgher" Loge weiter als Nr. 1 figuriert.

Gleich der Großloge von England bereitete sich auch jene von Schottland im ganzen britischen Imperium aus. In Asien, Afrika, Australien und Westindien wurden Provinzial-Großmeister, in Indien ein "Großmeister der schottischen Freimaurerei" eingesetzt. In der Großmeisterschaft folgten sich bis auf den heutigen Tag [1932] hohe schottische Peers. 1805 erhielt Prinz Georg von Wales, der spätere König Georg IV., den Großmeistertitel, auf ihn folgten als Schirmherren William IV., dann Prinz Eduard von Wales (der spätere König Eduard VII.). Große Verdienste erwarb sich die Großloge von Schottland um die Eingliederung von Eingeborenen der verschiedensten Weltteile in die Bruderkette. Durch sie wurden z. B. zuerst Inder dem Bunde zugeführt.

Von den großen schottischen Männern, die sich der Maurerei anschlossen, erwarben sich Walter Scott, aufgenommen 1801 (s. d.), und Robert Burns, aufgenommen 1781 (s. d.), in der Welt besonderen Ruhm.
1930 zählte die Großloge 1158 Logen mit 87.000 Mitgliedern. Adresse: Freemason's Hall, 96. George Street, Edinburgh.


Einmalig: Schottische Schurze haben keine dreieckige sondern eine halbkreisförmige Klappe.
Grand Hall, Freemasons' Hall, 96 George Street, Edinburgh, Scotland. The home of Scottish Freemasonry and The Grand Lodge of Antient Free and Accepted Masons of Scotland.

Bild rechts: Some people have asked why Scottish Masonic Aprons have a semi-circular flap whereas nearly every other jurisdiction uses a triangular flap. The answer lies in the different history of Freemasonry in Scotland compared to that in England. Scotland had a national network of Lodges - every town, and some villages, had a lodge. However, these many of these lodges had a membership which was entirely made up of stonemasons or at least had a substantial number of stonemasons as members. The existence of these lodges was not known by those who decided to form the Grand Lodge of Scotland (GLoS). Very briefly, four Lodges in Edinburgh decided to form GLoS and in order to do so they simply decided to replicate the formation of the Grand Lodge of England (1717). No point 'reinventing the wheel' so to speak! It was only when Lodges outside Edinburgh were contacted that the extent and number of Lodges became known and what is more that those Lodges already had their own customs and practices including semi-circular flaps on their aprons. The semi-circular flap on modern Scottish Masonic Aprons evolved from those used and worn by Scottish working stonemasons.


Historic photo: A procession somewhere in Scotland.
As is usually the case there is nothing written on the reverse of the photograph to say where or when this event took place. From the style of the clothing we think that it was approximately 1900 but more than just Freemasons were involved - although they head up the procession. First is the Lodge Sword Bearer followed by two Lodge Pipers and then Lodge Office-bearers according to rank. If you look at the individual walking beside the procession wearing a sash and apron (under his jacket) and slightly behind him (in the procession) is a large banner. From these (on the original at least) we can tell that these are Free Gardeners. Following the Free Gardeners are members of the local cricket club - in their cricket gear!
The procession is very lengthy with a huge number of people disappearing into the distance and round a bend in the road (on the left). Despite the lack of written information we can glean some information with which to make further enquiries.
Firstly the number of people from different groups together with the large number of Union Flags suggests that this was to mark an event of national importance. The lack of military uniforms would indicate that it does not mark the end or beginning of World War I. The absence of mourning clothing would suggest that it is not the death of Queen Victoria (1901) that is the cause - although the coronation of her son might be the reason?
The is one clue as to the place - the sign above the first door on the left reads: 'ROTHES OAK TAVERN' - a pub in other words. Could this be Rothes, Bute?
Finally, we come back to the Mason's and their apron. All oft hem are wearing their aprons under their jackets and very interestingly so too are the members of the Order of Free Gardeners.


Siehe auch



In anderen Sprachen

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