Vereinigte fünf Logen

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Autor: Philipp Gerlach

Die Vereinigten fünf Logen (kurz: 'V5') sind ein Zusammenschluss von fünf Hamburger Logen, die zu den ältesten Logen in Deutschland zählen, nach der Schröderschen Lehrart arbeiten und gemeinsam das Hamburger Logenhaus Welckerstraße besitzen und betreiben.

Übersicht

Zu den 'V5' gehören heute folgende Logen (mit Gründungsjahr):

Zum Zeichen Ihrer Einigung tragen die 'V5' ähnliche Bijoux.

Geschichte

Gedenkmünze an die ‚V5’ (Quelle: Freimaurermuseum St. Michaelisdonn)

Aufgrund der engen internationalen Handelsbeziehungen, insbesondere zu England, bot die freie Reichsstadt Hamburg einen idealen Nährboden für die Ausbreitung der Freimaurerei in Deutschland. Bereits zwanzig Jahre nach der Gründung der Großloge von London und Westminster (1717) fasste die Freimaurerei hier Fuß: 1737 wurde in Hamburg die erste Loge auf deutschem Boden gegründet. Auf diese ‚Loge d'Hambourg‘ beruft sich Absalom zu den drei Nesseln bis heute. Es folgten die Gründungen weiterer Logen, darunter zunächst St. Georg zur grünenden Fichte (1743). Circa 30 Jahre später folgten Emanuel zur Maienblume (1774) und Ferdinande Caroline zu den drei Sternen (1776). Drei dieser Logen ('Absalom', 'St. Georg' und 'Emanuel') schlossen sich darauf zusammen, später trat diesem Bund auch 'Ferdinande' bei ('V4').[1][2]

Rituell orientierten sich die 'V4' zunächst an Moderns der Londoner Großloge. Auf die Ausbreitung dieser Lehrart in Deutschland folgte rasch die Ausbreitung der Schwedischen Lehrart der GLLvD. Die 'V4' blieben jedoch bei ihrem, an die Moderns-angelehntem Ritual. Es folgte die ‚Rektifizierung‘ der 'V4', also dem Anschluss der Logen an die Strikten Observanz, eine Lehrart, die sich auf das Erbe der Tempelritter beruft. Mit dem Wilhelmsbader Konvent (1782) brach dieses Lehrart jedoch zusammen.[1] Als unmittelbare Folgen ruhten die 'V4' für einige Zeit.[2]

Daraufhin kam es zu einer Neugründung, erheblichem Wachstum und der Reform der bestehenden Logen. 1787 wurde Ferdinand zum Felsen gegründet und schloss sich den 'V4' an (1795). Dadurch kam die Konstellation der heutigen 'V5' zustande. Gleichzeitig kam es zu Reformen der ehemals 'rektifizierten' Logen. Allen voran sind hier die Bestrebungen von Friedrich Ludwig Schröder zu nennen, einem 'Emanuel'-Bruder. Schröder führte mit seiner nach ihm benannten ''Schrödersche Lehrart' die Logen u.a. zurück zu einem schlichten Ritual, das sich nur noch lose an dasjenige der Moderns anlehnt. Auf der Meisterversammlung der 'V5' am 28. Juni 1801 genehmigten sich die 'V5' die Schrödersche Lehrart. Sie wird von ihnen bis heute praktiziert, wenngleich mit geringfügigen Abweichungen.[1][2]

Das stetige Wachstum der Hamburger Bruderschaft gipfelte 1800 auch im Bau des ersten deutschen Logenhauses an der Drehbahn in Hamburg-Neustadt. Noch heute sind die V5 gemeinsame Eigentümer und Betreiber von dessen Nachfolgebau, dem Logenhaus Welckerstraße.[1][2]

Infolge der 'Hamburger Franzosenzeit' und der damit verbundenen politischen Instabilität gründeten die damals die 'V5' 1811 die Große Loge von Hamburg, um ihre Unabhängigkeit gegenüber dem französischen Grand Orient de France zu wahren. Die 'V5' verblieben in diesem Verbund bis 1935. Im Gegensatz zu den anderen regulären, deutschen Großlogen stellte die Große Loge von Hamburg auch in der Dunklen Zeit ihre Arbeit nicht ein, sondern verlegte ihren Sitz in Chile und arbeitete im Exil weiter.[1][2]

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen die Logen ihre Arbeit wieder auf. In diesem Zuge ging die Große Loge von Hamburg in der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland auf. Dieser Großloge gehören die 'V5' bis heute an.

Siehe auch

Sowie die 5 Mitgliedslogen:

Referenzen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Papenheim, M (2023): Kleine Geschichte der Freimaurerei in Hamburg. Salier.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Wiebe, C (1905): Die große Loge von Hamburg und ihre Vorläufer. Rademacher.