Zur Weltkugel

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"Zur Weltkugel"

Orient: Lübeck
Matr.-Nr.: 130
Gründungsdatum: 20. April 1779
Großloge: AFuAMvD
Ritual: Schröder

Johannisloge "Zur Weltkugel" i.Or. Lübeck

Die 1779 gegründete Freimaurerloge "Zur Weltkugel" zählt zu den traditionsreichsten Einrichtungen der Hansestadt Lübeck. Die Loge ist Mitglied und somit Tochterloge der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (A.F.u.A.M.v.D.) und arbeitet nach dem Ritual nach Friedrich Ludwig Schröder. In der Matrikel der Vereinigten Großlogen von Deutschland, die sich nach dem Alter der Logen richtet, trägt sie die Nummer 130.

Geschichte der Loge

1779 wurde die Freimaurerloge "Zur Weltkugel" von acht ehemaligen Brüdern der Loge „Zum Fruchthorn“ (später „Zum Füllhorn“) in Lübeck gegründet. Die Installation der Loge erfolgte im Buddenbrookhaus. Das Datum der Stiftungsurkunde ist der 20. April 1779.

1779-1789 war Johann Gottlieb Möhring der erste Meister vom Stuhl der Loge, von Beruf Leutnant bei der Lübecker Garnison und später Kommandant von Travemünde.

Lübeck. Loge. Zur Weltkugel.
Das Namensschild der Loge "Zur Weltkugel"
Bijou der Loge "Zur Weltkugel"
Fenster im Lübecker Logenhaus
Logenhaus in Lübeck

1789 gründete der Meister vom Stuhl Ludwig Suhl mit seinem Freimaurer-Bruder Christian Adolph Overbeck, dem späteren Lübecker Bürgermeister, und weiteren Lübeckern die "Literärische Gesellschaft zur wissenschaftlichen Unterhaltung und gegenseitiger Unterrichtung", die seit 1793 den Namen „Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit“ trägt. Sie gilt als erste Bürgerinitiative Lübecks und wirkt seitdem in vielen Bereichen für der Verbesserung der Lebensverhältnisse in der Hansestadt.

Zunächst arbeiteten die Brüder der „Weltkugel“ nach dem Ritual der Großen Landesloge in Berlin, dem Freimaurerorden. Im Jahr 1802 folgte der Übertritt zur Großen Provinzialloge von Hamburg und Niedersachsen (seit 1811 Große Loge zu Hamburg) und die Einführung des Rituals nach Friedrich Ludwig Schröder. Bis in die heutige Zeit, also seit über 200 Jahren, wird in der Loge „Zur Weltkugel“ nach dem Schröder´schen Ritual freimaurerisch gearbeitet.

1811 kam die Logenarbeit während der französischen Besetzung Lübecks zum Erliegen. Erst im Oktober 1814 konnten die regelmäßigen Arbeiten wieder aufgenommen werden. Sie fanden, wie in damaliger Zeit durchaus üblich, in Räumlichkeiten von Wirtshäusern und Hotels statt.

1834 erwarb die Loge "Zur Weltkugel" das Grundstück in der Lübecker Mengstraße 7 und baute dort ein eigenes Logenhaus. Die Loge „Zum Füllhorn“ benutzte aufgrund brüderlicher Vereinbarung dieses Logenhaus bis 1861 mit.

1884 wurde das Nachbarhaus in der Mengstraße 9 hinzugekauft und das Logenhaus vergrößert. Aber auch diese Erweiterung reichte wegen der bis 1902 auf 419 Mitglieder angewachsenen Bruderschaft nicht. 1912 wurden deshalb weitere Grundstücke in der Mengstraße 11 sowie in der rückseitig angrenzenden Alfstraße 14 erworben, das Logenhaus erneut vergrößert und modernisiert.

Im April 1933 beschloss die Mitgliederversammlung der „Weltkugel“ unter dem Druck der Nationalsozialisten, die Logenarbeit einzustellen. Danach trat der letzte Meister vom Stuhl zusammen mit anderen Brüdern der NSDAP bei und versuchte, die Loge als eine Parteiorganisation ohne freimaurerische Inhalte und Formen weiterbestehen zu lassen. Am 28. September 1933 versammelte sich die Bruderschaft letztmalig im inzwischen völlig ausgeräumten früheren Arbeitssaal des Logenhauses in Anwesenheit der Geheimen Staatspolizei. Dabei berichtete der letzte Meister vom Stuhl, dass die NSDAP die Überführung in eine Parteiorganisation abgelehnt habe. Die Bruderschaft beschloss daraufhin, die Loge aufzulösen. Das Logenhaus in der Mengstraße wurde gegen Übernahme der Belastung der "Allgemeine Kirchenkasse" übertragen und unter dem Namen "Bugenhagenhaus" für kirchliche Zwecke verwendet.

1942 wurde das ehemalige Logenhaus in der Mengstraße bei einem britischen Luftangriff auf Lübeck vollständig zerstört.

1945 beschloss die Bruderschaft bereits im Juni, also einen Monat nach Kriegsende, mit Genehmigung der englischen Militärbehörde die Wiedereröffnung der Loge „Zur Weltkugel“. Da das Logenhaus seit 1942 völlig zerstört war, fanden die freimaurerischen Arbeiten in den Privaträumen eines Lübecker Freimaurers statt. Hier konnte am 24. Juni 1945, dem Johannistag, das freimaurerische Licht nach Jahren der Finsternis von 52 Brüdern wieder entzündet werden. Zwei Monate später mussten die Arbeiten allerdings erneut eingestellt werden, da die britische Besatzungsbehörde in Lübeck Weisung erhalten hatte, jede Tätigkeit der Freimaurerlogen zu untersagen.

1947 haben die Brüder die Freimaurerloge „Zur Weltkugel“ in Lübeck mit Genehmigung der britischen Militärbehörden endgültig wiedererrichtet. Seit Gründung der Großloge A.F.u.A.M.v.D. im Jahre 1949 ist die „Weltkugel“ deren Mitglied. Die Arbeiten fanden zunächst im Hause eines Bruders statt, später im Haus der „Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeiten“.

1950 kehrten 18 Brüder der „Weltkugel“ den Rücken, um die Loge „Zur Weltbruderkette“ zu gründen, so dass es heute drei Johannislogen in Lübeck gibt. Alle drei leben miteinander in brüderlicher Harmonie. Dieses schöne Brauchtum, keine Selbstverständlichkeit, wird landauf, landab als „Lübecker Modell“ gepriesen.

Ebenfalls 1950 fand die Loge eine neue Heimat im Haus der Loge „Zum Füllhorn“ in der St.-Annen-Straße 2 in der Lübecker Altstadt. Bis zum heutigen Tage finden dort die Arbeiten und Veranstaltungen der Loge „Zur Weltkugel“ statt.

1979 wurde das 200. Stiftungsfest mit Freimaurern aus Deutschland, Schweden und Dänemark im Logenhaus gefeiert und durch zahlreiche, teils öffentliche Veranstaltungen begleitet. Nach der deutschen Wiedervereinigung bemühten sich die Brüder der "Weltkugel" erfolgreich um Logen-Neugründungen im benachbarten Mecklenburg. Erster Meister vom Stuhl der am 26. Juli 1994 gegründeten Schweriner Freimaurerloge "Eintracht in Freiheit" wurde Max Depke, der zuvor insgesamt 12 Jahre Meister vom Stuhl der Loge "Zur Weltkugel" gewesen war. Die Wiedergründung der Loge "Zur Vaterlandsliebe" in Wismar am 2. Oktober 2005 wurde ebenfalls von Brüdern der Loge "Zur Weltkugel" tatkräftig unterstützt.

heute besteht die Loge „Zur Weltkugel“ aus 80 Freimaurern aus Lübeck und Umgebung. Sie arbeiten alle 14 Tage freitags im Lübecker Logenhaus. Einzelheiten nennt die Website www.luebeckerfreimaurer.de

Stiftung der Loge

Die seit 1970 bestehende Stiftung der Loge „Zur Weltkugel“ ist eine der bedeutendsten Lübecker Stiftungen und vergibt regelmäßig Stiftungspreise für kulturelles, humanitäres und soziales Engagement in der Hansestadt Lübeck und Umgebung. In den vergangenen Jahren wurden als Preisträger geehrt: die Musik- und Kunstakademie Lübeck, der Kinder- und Jugendhospizdienst „Die Muschel“ sowie die Lübecker Knabenkantorei an St. Marien.

Bekannte Logenmitglieder (Auszug)

• Johannes Daniel Benda [1] - Jurist und Politiker, Meister vom Stuhl 1898-1924

• Max Depke [2] - Mitglied Nationales Olympisches Komitee, Präsident Deutscher Judobund, Meister vom Stuhl 1964-1969 sowie 1974-1981

• Daniel Hinrich Hasenthien [3] - Jurist, Meister vom Stuhl 1789

• Marcus Joachim Karl Klug [4]- Historiker und Pastor, Meister vom Stuhl 1850-1867

• Johann Gottlieb Möhring [5] - Offizier, Kartograph, erster Meister vom Stuhl 1779-1789

• Christian Adolph Overbeck [6] - Lübecker Bürgermeister, Diplomat und Mitstifter der Loge „Zur Weltkugel“

• Christian Gottfried Poser [7] - Pädagoge, Meister vom Stuhl 1819-1850

• August Heinrich Andreas Sartori [8] - Pädagoge, Meister vom Stuhl 1879-1898

• Ludwig Suhl [9] - Jurist, Bibliothekar, einer der führenden Vertreter der Aufklärung in Lübeck, Meister vom Stuhl 1789-1819

• Peter Sünnenwold [10] - Politiker, Stadtpräsident der Hansestadt Lübeck

• Carl Friedrich Wehrmann [11] - Historiker, Leiter Lübecker Staatsarchiv, Meister vom Stuhl 1867-1879

Eingangsbereich des Lübecker Logenhauses

Das Logenhaus

Das Logenhaus liegt in der Lübecker Innenstadt gegenüber der Ägidienkirche. Adresse des Logenhauses und der Loge "Zur Weltkugel": St.-Annen-Straße 2, 23552 Lübeck. Das Logenhaus wird von allen in Lübeck arbeitenden Freimaurerlogen genutzt. Hauseigentümerin ist die Loge "Zum Füllhorn".

Gästeabende der Loge

Die "Weltkugel" veranstaltet alle zwei bis drei Monate Gästeabende, um Interessenten Auskunft über die Loge und die Freimaurerei zu geben. Ein- bis zweimal pro Jahr wird auch den Partnerinnen der Interessenten die Gelegenheit gegeben, an einem Gästeabend teilzunehmen.

Bei den Gästeabenden besteht die Möglichkeit, die Loge „Zur Weltkugel“ kennenzulernen und zu erfahren, ob das Thema Freimaurerei der eigenen Persönlichkeit nahesteht. Der Abend wird mit einem Vortrag zu einem freimaurerischen Thema eröffnet. Dieser Vortrag wird von einem Mitglied der Loge gehalten und steht im Anschluss zur Diskussion frei. Weiterhin haben Sie als Gast die Möglichkeit, gezielte Fragen zur Freimaurerei und zur Loge zu stellen. Die Teilnahme an einem Gästeabend der „Weltkugel“ ist unverbindlich und kann wiederholt werden.

Termine

Aktuelle Termine für TAs, Gästeabende und andere Veranstaltungen der Loge finden Sie auf unserer Internetseite unter Veranstaltungen: https://www.luebeckerfreimaurer.de/veranstaltungen/

Siehe auch

Links