Jacob de Molay zum flammenden Stern

Aus Freimaurer-Wiki

Autor: Philipp Gerlach

Jacob de Molay zum flammenden Stern ist eine deutsche Freimaurerloge mit dem Ziel, die Jugendarbeit der VGLvD zu unterstützen. Sie ist, anders als die meisten Logen, überregional organisiert und tritt wesentlich durch ihre Deputationslogen in Erscheinung.

Johannisloge:

"Jacob de Molay zum flammenden Stern"

Jacob de Molay Logen Bijou.png

Orient: de jure Marburg, de facto wechselnd
Matr.-Nr.: 249
Lichteinbringung: 1962
Großloge: keine (direkt den VGLvD unterstellt)
Arbeitstag und -ort: auf halbjährlichen Konventen an wechselnden Orten
Webseite: https://jacob-demolay.de/

Besonderheiten der Loge

Organisation

Der Flammende Stern unterhält drei Deputationslogen, durch die er wesentlich in Erscheinung tritt:

Die Deputationslogen führen die eigentliche freimaurerische Arbeit vor Ort durch. Der Flammende Stern (die Hauptloge) bildet dabei v.a. den organisatorischen Überbau und vertritt die Deputationslogen nach außen, z.B. gegenüber der VGLvD.

Rechtlich und organisatorisch bilden alle Jacobs-Logen einen einzigen Verein und eine gemeinsame Loge. Dennoch sind die Deputationslogen gerecht und vollkommen. Dies bedeutet unter anderem:[1][2]

Das gemeinsame Bijou der Jacob-Logen

Stellung innerhalb der VGLvD

Im Gegensatz zu den meisten deutschen Logen gehört der Flammende Stern keiner spezifischen Großloge bzw. Lehrart an (wie z. B. der AFuAM, GLLvD oder 3WK). Stattdessen ist er direkt den VGLvD unterstellt — ähnlich der Forschungsloge Quatuor Coronati oder der Loge Zur Weissen Lilie. Im Gegensatz zu diesen verfügt der Flammende Stern jedoch über Deputationslogen. Damit stellt der Flammende Stern eine Organisationsform zwischen Großloge und Loge dar, die in Deutschland in dieser Ausgestaltung mit Tochterlogen einmalig ist.

Ein besonderes Privileg des Flammenden Sterns und seiner Deputationslogen ist die [[#Ritualvielfalt|(inzwischen umstrittene ‚Ritualvielfalt‘): Die Jacobs-Logen haben "das Recht, nach allen von den VGLvD anerkannten Ritualen der drei Johannisgrade zu arbeiten."[2] (Ausführlicher: Ritualvielfalt)

Name

Der Name der Loge leitet sich von Jacques de Molay ab, dem letzten Großmeister des Templerordens. Er bezieht sich historisch vor allem auf den US-amerikanischen Jugendverband DeMolay International, mit dem der Flammende Stern historisch verwoben ist. Dies erklärt auch die variierenden Schreibweisen: ‘Jacob DeMolay’, ‘Jacob De Molay’ und ‘Jacob de Molay’ werden synonym behandelt.

Geschichte

Auch nach dem historischen Rückgang des DeMolay-Ordens in Deutschland liegt der Fokus des Flammenden Sterns darauf, jüngere Interessenten (z. B. Studenten) anzusprechen, weshalb der Altersdurchschnitt der Brüder oft niedriger ist als in traditionellen Logen. Dies ergibt sich aus der Gründungsgeschichte der Loge.

Hintergrund

Den VGLvD (bzw. den Vorgängerorganisationen der späteren AFuAM) gelang es auch nach jahrelangen Bemühungen nicht, alle deutschen Großlogen unter einer einzigen Großloge zu vereinen. Vor diesem Hintergrund wurden 1958 die VGLvD als Dachverband gegründet (Ausführlicher: Geschichte der VGLvD).

Um die Anerkennung und Regularität der VGLvD durch die angelsächsischen Großlogen zu festigen, wurden ab 1958 in mehreren westdeutschen Städten deutschsprachige Jugendorganisationen aufgebaut. Diese sollten später zu regionalen Vertretern des DeMolay-Ordens in Westdeutschland werden.

1961 wurden mit US-amerikanischer Hilfe in Heidelberg aus den Jugendorganisationen schließlich zwölf deutschsprachige DeMolay-Kapitel gegründet. Diese arbeiteten zunächst eng mit den bereits etablierten, englischsprachigen DeMolay-Kapiteln der Söhne in Westdeutschland stationierter US-Soldaten zusammen. (Ausführlicher: Geschichte des DeMolay Ordens in Deutschland)

Gründung der Loge

1962 wurde der Flammende Stern mit der Matrikel-Nummer 249 im Orient Marburg gegründet, als direkte Nachfolgerin der historischen Feldloge 'Marc Aurel zum Flammenden Stern' von 1812. Die Gründung wurde initiiert von den Brüdern:

Otto Schwarz wurde zum ersten Meister vom Stuhl der Loge gewählt. Die Gründungsmitglieder stammten aus Logen verschiedener Lehrarten und nahezu allen Bundesländern Westdeutschlands. Die Lichteinbringung erfolgte nach dem Ritual der Symbolischen Großloge von Deutschland.

Damit wurde von Anfang an die Ritual-Vielfalt des Flammenden Sterns unterstrichen. Dies war eines unter mehreren Privilegien, die die neu gegründete Loge erhielt. Konkret wurde der Flammende Stern berechtigt...[2]

Im Gegenzug sollte die Aufgabe der neuen Loge die Unterstützung und Beratung deutschsprachiger Jugendorganisationen nach Vorbild des DeMolay Ordens sein. Als überregionale Loge verfolgte der Flammende Stern dabei zwei Hauptziele:

Übergang in die Maurerei

Mit 21 Jahren mussten Mitglieder aus dem DeMolay-Orden ausscheiden ("Majority"). Den jungen Männern fehlte damit oft eine freimaurerische Heimat, da viele Freimaurerlogen damals nur gereifte Männer (oft erst ab 25 oder älter) in ihren Bund aufnahmen.

Der Flammende Stern sollte daher ehemaligen DeMolays den Übergang ermöglichen und sie zu Brüdern machen, denen ansonsten ein direkter Anschluss an eine Freimaurerloge verwehrt geblieben wäre. Nach einiger Zeit sollten die Brüder dann in andere, regionale Logen wechseln.

Jugendarbeit

Der Flammende Stern sollte zudem eng mit dem DeMolay-Orden zusammenarbeiten. Im Hausgesetz heißt es dazu:[2]

Die Hauptaufgabe [... des Flammende Sterns und seiner Deputationslogen] ist insbesondere die Unterstützung der Jugendarbeit der VGLvD, indem sie vornehmlich durch ihre Mitglieder die unter dem Internationalen DeMolay Orden in Deutschland arbeitenden Kapitel betreut, berät und unterstützt.

Auch nachdem ehemalige Jacob-Brüder bereits eine neue freimaurerische Heimat gefunden hatten, wurde ihnen eine Zweitmitgliedschaft beim Flammenden Stern nahegelegt. Zusätzlich sollten Brüder aus anderen Logen verschiedener Lehrarten zu eben diesem Zweck als Zweitmitglieder aufgenommen werden.

Gründung von Deputationslogen

Um die Jugendarbeit effektiv zu leisten, genügten die vorgesehenen zwei Treffen pro Jahr an wechselnden Orten auf Dauer nicht — zumal anfangs auch gleichzeitig die Konvente des DeMolay-Ordens durchgeführt wurden.

Um regelmäßige freimaurerische Arbeiten in Nähe zu den Wohnorten anzubieten, wurden daher Deputationslogen installiert:[2]

Während der Nordstern und der Südstern nur jeweils einmal umverlegt wurden und durchgehend arbeiteten, war die Geschichte des Weststerns durch mehrere Umbrüche gekennzeichnet:

Aktuelle Lage

Die organisierte Form der Jugendarbeit durch den DeMolay-Orden stieß im auf immer weniger Resonanz bis der Orden in Deutschland nahezu völlig verschwand. Dadurch ergaben sich für die Jacob-Logen eine Ausgangssituation, die von den drei Deputationslogen unterschiedlich adressiert wurde. Im Wesentlichen versuchte man statt scheidender DeMolays andere jüngere Männer, insbesondere Studenten und Auszubildende anzusprechen.

Eigenen Angaben zufolge wurden auf durch die Jacob-Logen bereits über 500 Männer der Freimaurerei zugeführt.[1]

Zusammengefasst diente der Flammende Stern in mehrfacher Hinsicht als 'Bindeglied': Er vermittelte...

Letzteres ist derzeit Gegenstand einer Debatte geworden.

‚Ritualvielfalt‘

Traditionell bearbeite die Jacob-Logen alle von der VGLvD genehmigten Rituale, wie es dass Hausgesetz vorsieht.[2] Um die Jakob-Logen attraktiver für Zweitmitglieder zu machen, genehmigte der ehemalige Großmeister der VGLvD, Christoph Bosbach, sogar noch ein ‚schottischesRitual der Johannisgrade, das in Deutschland ansonsten nicht praktiziert wurde.[3] Sein Nachfolger, Michael Volkwein, hingegen dekretierte dem Flammenden Stern, die Jakob-Logen lediglich Rituale nach AFuAM zu bearbeiten.

Siehe auch

Links

Referenzen

  1. 1,0 1,1 Interne Kommunikation der Loge. Stand: 16.1.2026
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 Hausgesetz der Loge Jacob DeMolay zum Flammenden Stern. Beschlossen auf der Mitgliederversammlung vom 29. April 1972.
  3. Referenzfehler: Es ist ein ungültiger <ref>-Tag vorhanden: Für die Referenz namens Bosbach wurde kein Text angegeben.